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Airbus schiesst über Landebahn hinaus : Nach Unfall auf Sylter Flughafen: So reagieren die Air-Berlin-Passagiere

vom

Am Samstag fallen alle Flüge aus. Betroffene Passagiere sollen sich an ihre Fluggesellschaft wenden.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2017 | 15:43 Uhr

Tinnum | Hiobsbotschaft für viele Sylt-Urlauber: Am Samstag fallen alle An- und Abflüge vom Sylter Flughafen aus. Alle betroffenen Passagiere werden gebeten, sich an ihre Fluggesellschaft zu wenden. Dies teilt der Flughafen Sylt am Samstagmittag mit. Bereits anfliegende Maschinen wurden am Samstag umgeleitet.

Wer die Nordseeinsel am Samstag mit dem Flieger verlassen wollte, hatte also schlechte Karten. „Ich hatte einen Flug über Düsseldorf nach Mallorca gebucht. Der ist annulliert, das Geld ist weg. Keiner kann sagen, wann ich wie runterkomme von der Insel“, schimpfte ein verärgerter Passagier. Eine Frau mit zwei Kindern freute sich indes: „Eigentlich hätte ich heute nach Salzburg fliegen sollen. Jetzt kann ich eine Woche länger hierbleiben. Das geht aber nur, weil ich bei meiner Schwiegermutter wohnen kann. Mit dem Zug wäre das sonst schwierig geworden mit zwei kleinen Kindern bis nach Salzburg.“

Ein älteres Ehepaar wartete dagegen etwas ratlos am Flughafen. „Wir wurden von der Fluggesellschaft angerufen, dass wir zum Flughafen kommen sollen. Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Wohl erst mal mit dem Zug nach Niebüll auf das Festland und dann sehen wir weiter“, berichtete der Mann aus dem Rhein-Neckar-Raum.

Nachdem am Samstagmorgen ein Airbus über ein Pistenende des Sylter Flughafens hinaus gerollt war, wurde der Flugbetrieb auf der Piste eingestellt. Die Wetterlage lässt den Flugbetrieb auf der Querpiste für den Linienverkehr nicht zu. Für Sonntag sehen die Bedingungen besser aus, sodass dann deren Nutzung laut dem Sylter Flughafen möglich scheint. Für die Bergung des Flugzeugs muss schweres Gerät vom Festland kommen. Erst danach kann die Hauptpiste wieder freigegeben werden.

Foto: Screenshot Flughafen Sylt Homepage
 

Schrecksekunde am Samstagmorgen: Gegen 8.30 Uhr kam es auf dem Flughafen Sylt zu einem Zwischenfall. Eine Air-Berlin-Maschine schoss über die östliche Landebahn Richtung „Alte Wache“ hinaus und kam auf einer Wiese zum Stehen. Der Airbus mit der Flugnummer AB6880 kam aus Düsseldorf.

 

Es gibt keine Verletzten. Nach Angaben eines Sprechers der Leitstelle Nord in Harrislee waren 82 Fluggäste und fünf Crew-Mitglieder an Bord der Maschine. Sie konnten das Flugzeug über normale Treppen verlassen, die vom Flughafen Sylt zum Unglücksort gebracht worden sind. Die Notrutschen waren nicht erforderlich. Alle Reisenden wurden durch den Rettungsdienst und Notarzt auf der Insel Sylt zunächst untersucht.

Die Ursache für den Vorfall des Fliegers aus Düsseldorf ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Das Bundesamt für Flugunfalluntersuchungen übernahm die Ermittlungen. Zum Unfallzeitpunkt habe schlechte Sicht geherrscht. Außerdem sei die Landebahn nass gewesen, hieß es. „Wir sind froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Wolfgang Kloth.

Der Air-Berlin-Airbus kam auf einer Wiese zum Stehen.

Der Air-Berlin-Airbus kam auf einer Wiese zum Stehen.

Foto: Feuerwehr Westerland
 

An dem Flugzeug entstand laut Polizei kein offensichtlicher Schaden. Der Airbus ist aber in das nasse Erdreich abgesackt. Für die Bergung ist schweres Gerät erforderlich. Dafür werde ein Spezialunternehmen gebraucht, sagte Feuerwehreinsatzleiter Kloth.

Die Rettungsleitstelle löste zunächst Großalarm aus. Alle Rettungsmittel der Insel, sowie Dutzende Fahrzeuge auf dem nordfriesischen Festland wurden alarmiert. Auch Rettungshubschrauber wurden angefordert.  Auf dem Festland liefen zunächst alle Maßnahmen für derartige Großschadenslagen an. Auf dem Flugplatz Schwesing sollten Führungskräfte mit Hubschraubern nach Sylt geflogen werden. Von Niebüll aus sollte ein Rettungszug besetzt werden. Die Vorbereitungen wurden abgebrochen, da die Insassen mit dem Schrecken davon kamen.

mit Material der dpa

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