Feuer auf Sylt : Nach dem Unglück wollen die Besitzer schnell zur Normalität zurückkehren

Brand im Miramar: Eigner-Ehepaar Kreis versucht den Schock zu verarbeiten / Kommenden Montag sollen Restaurant und Bar wieder öffnen.

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06. Mai 2015, 12:30 Uhr

Nein, er wolle nichts sagen, ließ Nicolas Kreis in den letzten Tagen wissen, wenn ihn Pressevertreter um eine Stellungnahme zur mutmaßlichen Brandstiftung in seinem Hotel baten. „Wir sehen das als persönlichen Anschlag“, erklärt der Hotelier gestern im Gespräch mit der Sylter Rundschau. Wenn man Christiana und Nicolas Kreis trifft, spürt man deutlich ihre Verunsicherung, ja, so etwas wie Ratlosigkeit angesichts der Ereignisse von Sonnabend auf Sonntag Nacht, als es nach gut einem Jahr erneut in ihrem Hotel brannte - und das Feuer an fast den gleichen Stellen wie beim ersten Brand ausgebrochen war. „Hoffentlich fasst man den Brandstifter schnell, damit wir endlich wieder ruhig schlafen können“, ist der Gedanke, den beide äußern, wenn es um die Frage geht, was passieren muss, damit der Spuk ein Ende hat.

Doch so sehr die Emotionen noch die Hoteliers zeichnen, so professionell und entschlossen haben sie in den vergangenen Tagen die Lage gemanaget. Alle Gäste des Hauses konnten in andere Hotels der Insel untergebracht, sogar Tagungen konnten verlegt werden.

Betritt man das Hotel sind außer ein paar Abdeckungen auf dem Teppich keine Spuren des Unglücks zu entdecken, die Luft riecht frisch und das Personal empfängt mit Freundlichkeit. Zwar hat das Miramar noch geschlossen, doch bereits am kommenden Montag wird der Betrieb wieder schrittweise aufgenommen. „Dann sind Bar, Restaurant und Terrasse wieder geöffnet“, sagt Nicolas Kreis mit einem Anflug von Erleichterung. „Denn wir wollen schnell wieder zurück in die Normalität“. Ab dem 17. Mai soll der gesamte Hotelbetrieb wieder laufen, dann werden die Zimmer zu buchen sein. „Allerdings müssen wir zunächst noch Sauna, Schwimmbad und den Fitnessbereich geschlossen halten, weil noch nicht klar ist, welchen Schaden der Brand an der dortigen Technik verursacht hat“. Deshalb bietet das Miramar bis zur endgültigen Schadensbehebung im Wellnessbereich seinen Gästen einen Nachlass von 20 Prozent auf Übernachtung und Frühstück. „Wir wollen weder unser Personal noch unsere Gäste nach Hause schicken“.

Mitten in der Hauptsaison trifft der Brandschaden das Hotel besonders hart, sind Schließzeiten „eine Katastrophe“. Eine wesentliche Folge des Brandes wird ein neues Sicherheitskonzept für das Haus sein. Mehr Videokameras, ein völlig neues Schlüsselsystem und weitere Details sollen zukünftig sofort nachvollziehbar machen, wer in welchen Räumen des Hauses sich wann bewegt hat. „Wir wollen uns und unsere Gäste auch damit beruhigen“. Zudem sind die verschärften Sicherheitsmaßnahmen eine Forderung der Versicherung.

Für das Ehepaar Kreis waren die letzten Tage eine emotionale Herausforderung. „Da tat es schon gut, dass uns viele Gäste nette, gut gemeinte Worte gesagt oder geschrieben haben“, freut sich Christiana Kreis. „Dieses Hotel ist nicht nur unsere Arbeit, sondern unser Zuhause, mit dem sich eine großartige Familientradition verbindet. Ein Brand, der wohl durch Brandstiftung verursacht wurde, ist ein schlimmer Anschlag auf uns.“

Viel Zeit, auf ihre Gefühle zu achten haben die Kreis nicht. Es gilt weiter, die notwendigen Maßnahmen zur Schadensanalyse durch Spezialisten zu begleiten, mit der Versicherung zu verhandeln und das weitere Vorgehen abzustimmen. Ebenso wollen Gästeanfragen beantwortet und der Personaleinsatz koordiniert sowie die Ermittlungsarbeit der Polizei unterstützt werden. Auf Nachfrage kann die nur bestätigen, dass man weiter in Richtung Brandstiftung ermittelt und die Ermittlungen vor Ort weiter andauern.  

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