Mystisches kennt keine Grenzen

Ausdrucksstark: die Märchenerzähler Svend-Erik Engh, Gudrun Hartmann, Ann Marie Urwald und Hermann Büttner. Foto: jok
Ausdrucksstark: die Märchenerzähler Svend-Erik Engh, Gudrun Hartmann, Ann Marie Urwald und Hermann Büttner. Foto: jok

Die Nordsee-Akademie war Veranstaltungsort im Rahmen der "Deutsch-Dänischen-Märchentage"

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29. Oktober 2011, 07:23 Uhr

LECK | Von Schneeseekleerehfee und Hackenhexe mit den Heckenhaxen war die Rede, von der Seele des Wals und einem brennenden Herz… Die Zuhörer lauschten gespannt den vier Erzählern und ließen sich in die Welt der Märchen und Mythen entführen. Im Rahmen der ersten "Deutsch-Dänischen Märchentage" gehörte die Nordsee-Akademie zu einem von fünf Veranstaltungsorten.

Märchen dienen der Völkerverständigung. Sie kennen keine Grenzen. Organisator Dr. Hans Carsten Jacobsen machte das an einem Beispiel fest: Die Geschichte von der "Prinzessin auf der Erbse" hatte sich der Däne Hans Christian Andersen ausgedacht. Irgendwie gelangte die Erzählung zu den Gebrüdern Grimm, sie nahmen es auf - und strichen es wieder aus ihrem Repertoire, als der wahre Urheber bekannt wurde.

Märchen sind überall in der Welt ähnlich und verwandt. In den Unterschieden allerdings spiegelt sich die kulturelle Identität wider, durch die man den jeweils anderen besser verstehen lernt. Genau darum geht es bei dem Pilotprojekt: 13 deutsche und 13 dänische renommierte Erzähler kommen in Flensburg zusammen, um voneinander zu lernen und um mit Märchen und Geschichten die Menschen zu verzaubern. Nach der Auftaktveranstaltung in der Förde-Stadt und fünf märchenhaften Abenden blieb es auch märchenhaft in der Grenzregion.

"Märchen müssen erzählt werden, sonst bleiben sie nicht lebendig", begrüßte Jacobsen die Zuhörer in der Nordsee-Akademie und gab damit den Startschuss für die Erzähler Gudrun Hartmann vom Bodensee und Hermann Büttner aus Göppingen sowie für Ann Mari Urwald und Svend-Erik Engh, beide aus Kopenhagen.

Ihre Märchen rankten sich um all das, was in der See und hinter den Meeren wohnt. So auch die Kunde vom Fischer, der über Bord fällt und von einem Butt aufgehoben wird. In einer Sage aus Griechenland wohnten drei Meuren auf dem Meeresboden, diese Schicksalsfrauen standen an jeder Wiege und spannen den Lebensfaden des Neugeborenen. "Es war einst ein Soldat, immer vergnügt und guter Sinne …" fing ein weiteres Märchen an. Es handelte vom "lustigen Ferdinand", der dank einer goldenen Hirsch-Verkleidung das Herz der Kaisertochter gewann.

Treffende Gestik und ausdrucksstarke Mimik der Akteure machten den originellen Märchenabend zu einem vergnüglichen Erlebnis, so dass das begeisterte Publikum dieses Pilot-Projekt zu Recht als "märchenhaft" einstufte. Das I-Tüpfelchen setzten schließlich Cellistin Christiane Schütte und Helma Hansen (Querflöte) der Veranstaltung auf. Sie umrahmten das gesprochene Wort musikalisch.

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