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Badegast verschwunden : Mysteriöser Anruf löst Großeinsatz aus

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Großeinsatz in der Nacht zu Donnerstag beschäftigt die Sylter. Die Polizei geht von einem Fehlalarmierung aus. Bis in die frühen Morgenstunden suchten sie vergeblich nach einem vermeintlichen Badegast in Gefahr.

Hubschrauber kreisten über dem Strand, der Lärm der Rotoren war in Westerland überall zu hören. Die Nachricht verbreitete sich auf Facebook wie ein Lauffeuer. Alle wollten wissen, was passiert war, gaben sich die Information weiter – der Großeinsatz am Westerländer Strand in der Nacht zu Donnerstag sorgte für ordentlich Wirbel. Es war eine groß angelegte Suchaktion in der Nordsee, ausgelöst durch einen Anruf von der Promenade. Nach zweieinhalb Stunden wurde die Suche beendet, gefunden wurde niemand. Die Polizei geht von einer Fehlalarmierung aus.

Es war 22.56 Uhr als der Notruf in der Rettungsleitstelle einging, er kam aus einer Telefonzelle an der Promenade in Westerland. Der Unbekannte sagte, er habe jemanden ins Meer gehen sehen, der nicht wieder aufgetaucht sei und wolle dem Vermissten selbst hinterher schwimmen. Die Rettungskräfte starteten daraufhin die Suche – mit zahlreichen Einsatzkräften unter anderem Beamte vom Sylter Polizeirevier, Helfer vom Rettungsdienst, Kräfte der Feuerwehr, Ehrenamtler der Wasserrettung, ein Boot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und einem Hubschrauber des SAR. Auch eine Wärmebildkamera kam zum Einsatz.

Der Strand war zur Einsatzzeit stark besucht, sodass die Einsatzkräfte Zeugen befragten, um Hinweise auf hilfesuchende Schwimmer oder Helfer zu bekommen, doch niemand hatte etwas gesehen. Ebenso wenig fand man persönliche Gegenstände, die hinterlassen wurden. Auffällig ist auch, dass die in solchen Fällen übliche Alarmierung über ein oder mehrere Handys ausblieb.

Der ganze Strand bei Westerland wurde über mehrere Kilometer sowohl zu Wasser als auch zu Land abgesucht. Um 1.37 Uhr wurde die Suche schließlich abgebrochen, gefunden wurde niemand.

Westerlands Wehrführer Jörg Elis bedauerte gestern: „Leider haben wir jetzt diese Ungewissheit. Wir wissen nicht, ob die Vermissten noch irgendwo da draußen sind, ob sie von allein wieder raus gekommen sind oder ob das ganz nur eine Fake war.“ Die Aktion an sich sei aber gut gelaufen. Es komme nicht oft vor, dass es mit einem solchen Großaufgebot gesucht werde. Zuletzt hatte es in List eine Suchaktion gegeben, doch auch die war deutlich kleiner als vorletzte Nacht. Auch der Einsatz in List verlief ergebnislos, mittlerweile gehen die Einsatzkräfte davon aus, dass jemand fälschlicherweise einen schlafenden Seehund für einen Menschen gehalten habe. Eine aktuelle Vermisstenmeldung liegt der Polizei nicht vor. Es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und es soll Anzeige wegen des Missbrauchs von Notrufen gegen Unbekannt erstattet werden. Man werde der Sache mithilfe des aufgezeichneten Anrufs nachgehen. Sollte der Anrufer erwischt werden, droht ihm eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Hinweise an die Polizei unter Telefon 04651/70470.

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erstellt am 01.Aug.2014 | 04:34 Uhr

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