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Sylter Rundschau

21. August 2017 | 09:02 Uhr

"Mya II": Die Neue im Lister Hafen

vom

Seit gestern hat das Alfred-Wegener-Institut ein neues Forschungsschiff / Es ist besonders schnell und umweltfreundlich

List | Sie ist hübsch anzusehen, die Neue vom Lister Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Ihr dunkelblauer Rumpf hebt sich elegant vom Wasser des Hafenbeckens ab und der weiße Kommandostand mit dem roten Dach leuchtet mit der Sonne um die Wette. Schließlich feiert "Mya II" heute ihren Einstand. Zum Gratulieren ist sogar die Wissenschaftsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Waltraud Wende, gekommen. "Mya II" ist das neue Forschungsschiff, das nach 35 Jahren ihre Vorgängerin, den Forschungskatamaran "Mya", ersetzt. Schon ihr Name steht für Wissbegierde und Abenteuerlust: Wie Ministerin Wende erklärt, ist Mya arenaria der wissenschaftliche Begriff für Sandklaffmuscheln. Und die wiederum sind Ende des 13. Jahrhunderts mit den Wikingerschiffen aus Nordamerika nach Europa gekommen. "So viel Unternehmungsgeist wünsche ich auch den Forschern des AWI", sagte Wende. Tatsächlich bietet das neue, 21 Meter lange Schiff den Wissenschaftlern einige neue Möglichkeiten. So ist die "Mya II" mit zehn Knoten wesentlich schneller als ihre Vorgängerin und ermöglicht es den Wissenschaftlern, im Laufe der Tagesfahrten mehr Zeit für die Erforschung von Flora, Fauna und Geologie zu haben. Zudem ist die "Mya II" stark genug, um sich auf der Rückfahrt gegen die Tide stemmen zu können und kann aufgrund des geringen Tiefgangs von 1,30 Metern auch im flachen Wasser fahren. "Wir können uns auch problemlos trocken fallen lassen, damit die Forscher im Watt aussteigen können", erklärt Kapitän Alfred Resch.

Die größten Neuerungen liegen allerdings auf der technischen Seite. Das wird sofort beim Betreten der Kommandobrücke deutlich, wo sich zahlreiche Monitore und Gerätschaften befinden. "Im Vergleich hierzu befand sich die erste Mya im tiefsten Mittelalter", kommentiert Resch. So verfügt die "Mya II" beispielsweise über ein Echolot, mit dem es möglich ist, bereits auf dem Monitor die Größe und Art der Fische zu bestimmen, die im Meer schwimmen. "So werden Fänge überflüssig", erklärt Harald Asmus, der sich auf die Untersuchung der Fisch-Population spezialisiert hat. Fast jeden Tag werden die Forscher des AWI, Wissenschaftler aus der ganzen Welt und ihre Studenten die "Mya II" für Forschungsfahrten nutzen. Es geht ihnen darum, zu erforschen, wie sich Veränderungen des Klimas und neu eingewanderte Organismen auf den Lebensraum Wattenmeer auswirken.

Weil den Forschern das Wattenmeer sehr am Herzen liegt, spielte bei der Entwicklung des neuen Schiffes auch der Umweltschutz eine Rolle. Als erstes Schiff wurde die "Mya II" so konzipiert, dass sie den Anforderungen der Umweltauszeichnung "Blauer Engel" genügt. Eine Abgasverbrennungsanlage filtert Rußpartikel und wandelt Kohlenstoff zu Gas um. So werden Luft und Wasser weniger belastet.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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