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Sylter Rundschau

11. Dezember 2017 | 01:37 Uhr

Musik auf Sylt : Musikstudio unter Palmen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Duo Nervling hat sein neues Album während einer 15-monatigen Reise aufgenommen.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2015 | 05:33 Uhr

Brasilien, Argentinien, Mexiko, Kuba, USA, Vietnam, Indien, Australien, Südafrika: Das sind nur einige der Länder, die das abenteuerlustige Songwriter-Duo Nervling gerade für ganze 15 Monate durchreist haben. Moira Serfling (30) und Tom Baetzel (47) heißen die beiden Abenteurer, die unterwegs ihr drittes Album geschrieben und aufgenommen haben: In Kleiderschränken, unter Bettdecken oder Tischen.

„Maracuja In The Corn Viper Sunbeam“, heißt das dabei entstandene Album des Duos, das seit fünf Jahren zusammen musiziert. Der Name des nach zwei Jahren Pause entstandene Werks bildet sich aus den Anfangsbuchstaben der bereisten Länder. Es kann als eine Reise durch die Welt beschrieben werden, eingefangen in neue authentische und kurzweilige Ohrwürmern die garantiert gute Laune machen.

„Das ist mit Abstand das beste Album von allen, denn wir haben uns Zeit gelassen“, sagte die auf Sylt aufgewachsene Moira Serfling. Die Einflüsse und Inspiration der verschiedenen Länder hört man den Liedern an, denn jeder Titel ist inspiriert durch die Menschen und Erlebnisse und beruht auf einer wahren Geschichte, die im Lied erzählt wird.

„Read My Lips“ heißt der in Rio De Janeiro entstandene Song, der davon erzählt, dass sich Menschen, auch wenn sie verschiedene Sprachen sprechen verständigen können – solange man sich für sein Gegenüber interessiert.

Aus Sicht eines Toten, der zu seinen noch lebenden Verwandten und Freunden singt, ist das zweite Lied auf der CD geschrieben: „Baby Don’t Cry“ ist angelehnt an das mexikanische Fest Día de los Muertos, den Tagen der Toten. „Uns beeindruckte der sorglose Umgang der Einheimischen mit dem Tod: mit farbenfroh geschmückten Schädeln, Gitarre spielenden Skeletten mit Hüten und Sonnenbrillen feiern sie. Wir würden uns auch wünschen, dass unsere Freunde mit Freude an uns denken, nicht nur in Trauer“, sagt Baetzel. Auch die übrigen 13 Songs erzählen ihre eigene Geschichte.

Ausgestattet mit minimalistischem mobilen Recording-Equipment – einem kleinen Mikro, einem Laptp und Sounskarte – wurden alle Titel in völliger Eigenregie in Herbergs, -und Hotelzimmern und anderen Unterkünften aufgenommen. „Wir haben uns Aufnahmekabinen aus hochkant gestellten Matratzen oder Gesangskabinen aus Schranwänden gebaut“, erzählt Tom. Selbst professionelle Tonleute hätten hinterher die gute Akkustik gelobt.

Wie auch bei den Alben zuvor, ist der unverwechselbaren Nervling-Sound sofort zu hören. Die Idee zur Reise kam den beiden, als sie deprimiert waren, von Auftritten in Irish-Pubs mit betrunkenen Gästen, die immer nur die gleichen Lieder einforderten. Sie sparten sich Geld zusammen und brachen im Dezember 2013 auf zu ihrer großen Reise. Sich festlegen auf das schönste Erlebnis der Reise können und wollen die beiden nicht.

Sei es die Zeit auf einsamen Inseln mitten unter den Kuna Yala Indianern vor Panama oder der Alltag in den Gebieten der Gangs in Trenchtown, Kingston auf Jamaika oder auch ein 10-tägiger isolierter und verschwiegener Meditationslehrgang in den Slums von Kolkata, Indien: Überall hätten sie wunderbare Dinge erlebt. Nur eins wissen sie sicher: „Wir werden definitiv wieder losreisen“, sagen die beiden fröhlich. Denn sie seien entspannter geworden, und hätten jetzt eine andere Sicht auf die Dinge.

Nun sind Moira und Tom wieder in Deutschland. „Die Rückkehr war kalt, vorher waren wir in Namibia, das war dann ein Temperatursturz von 30 Grad“, sagt Moira. Die Rückkehr sei ihr jedoch leichter gefallen als gedacht.

Auf Sylt geben die beiden jetzt eines ihrer ersten Konzerte – nach „Welcome back“ Konzerten in Hamburg und Kiel, können Fans die beiden am 29.April im Friesensaal in Keitum live hören.

Am 24. April erscheint die CD. Nervling treten am 29. April um 20 Uhr im Friesensaal in Keitum auf. Karten sind für 20 Euro an allen Vorverkaufsstellen und online unter www.kulturhaus-sylt.de erhältlich.

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