Museen: 800 000 Euro für den Erhalt

Auch das Sylter Heimatmuseum  braucht ein neues Dach.
Auch das Sylter Heimatmuseum braucht ein neues Dach.

Das Altfriesische Haus und das Heimatmuseum müssen saniert werden und das kostet mehr, als der Besitzer der Häuser, die Sölring Foriining, aufbringen kann. Zur Überraschung des Heimatvereins will die Gemeinde Sylt sie dabei umfangreicher unterstützen, als erwartet.

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19. September 2009, 03:59 Uhr

Sylt | "Die Dachrinnen, die müssen nicht gemacht werden." Wer Sölring Foriining-Geschäftsführer Sven Lappoehn nach dem Sanierungsbedarf im Sylter Heimatmuseum und im Altfriesischen Haus fragt, der muss ein bisschen Zeit mitbringen: "Wir haben feuchte Wände, zum Teil noch einfach verglaste Fenster, morsche oder bereits durchgebrochene Fußböden, die Heizungsanlagen müssen irgendwann erneuert werden und nach dem Altfriesischen Haus braucht auch das Heimatmuseum ein komplett neues Dach. Da regnet es nämlich durch…" Lappoehn zuckt die Schultern: "Einfacher ausgedrückt, bis auf die Dachrinnen muss alles gemacht werden. Aber das auch nur, weil unsere Reetdachhäuser keine Dachrinnen haben."

Um dem Sanierungsstau auch nur ansatzweise Herr zu werden, stellte der Vorstand des Heimatvereins am Mittwoch im Schule-, Jugend- und Kulturausschuss der Gemeinde Sylt einen Antrag auf Erhöhung der Zuschüsse: Statt einem Euro pro Einwohner bat man um fünf Euro. Einerseits eine saftige Steigerung, andererseits wäre es eine jährliche Einnahmesteigerung um 80 000 Euro gewesen - und genau diese Summe wird in jedem der kommenden zehn Jahre mindestens für Sanierungen gebraucht.

Der Ausschuss stimmte diesem Antrag trotzdem nicht zu. Er beschloss, zur großen Freude der Vereinsvertreter, stattdessen eine Erhöhung des Zuschusses um 50 Cent pro Einwohner für die allgemeine Vereinsarbeit - und eine intensive Zusammenarbeit in Sachen Erhalt der Museen. Denn Letzteres sei, so betonten der Vorsitzende Peter Schnittgard (CDU) und Bürgermeisterin Petra Reiber eine kommunale Aufgabe "die man nicht allein einem Heimatverein anlasten darf."

Nach der Zusage der Gemeinde Sylt hofft Vorstandsmitglied Claas-Erik Johannsen, "dass wir es mit Hilfe aller Inselkommunen schaffen, die Häuser wieder so tipptopp herzurichten, dass sich unser Verein auf die Arbeit in den Museen konzentrieren kann." Auch Lappeohn betont, sich Hilfe aus allen Orten zu wünschen: "Schließlich sind wir der Verein der ganzen Insel und unsere Museen sind die Museen aller Sylter sowie aller Touristen."

Und noch eine weitere Hoffnung hegen Vorstand und Geschäftsführer gleichermaßen: "Wir stellen uns die Zusammenarbeit komplett unpolitisch vor."

Auf frühere Zerwürfnisse zwischen dem Verein und der Politik spielte auch Schnittgard an, als er in der Sitzung erklärte: "Die Sölring Foriining kann es gut vertragen, dass sie wieder mehr in den Schoss der Gemeinde kommt. Es hat ja auch mal andere Zeiten gegeben." Zeiten, in denen der Verein den Einfluss der Politik beschnitt und darauf bestand, eine eigene Meinung, besonders zum Thema ausufernde Bebauung, zu haben.

Ob sie tatsächlich vorbei sind, wird sich eventuell schon am kommenden Freitag zeigen: Dann ist ein erstes Treffen von Gemeinden und Heimatverein angesetzt.

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