"München fand ich zu spießig"

Gordon A. Debus genießt seine Freizeit gerne am Watt oder auf der Ostsee. Foto: andresen
Gordon A. Debus genießt seine Freizeit gerne am Watt oder auf der Ostsee. Foto: andresen

Gordon A. Debus ist der neue Hoteldirektor des Arosa-Hotels in List / Der 37-Jährige kann sich vorstellen, länger auf Sylt zu bleiben

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27. April 2012, 09:50 Uhr

List | Gordon A. Debus, neuer Hoteldirektor des Arosa-Hotels in List, wollte als Abiturient im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus, ursprünglich jedoch nicht in der Hotelbranche, sondern als Pilot. "Als ich dann aber Abitur hatte, bildete die Lufthansa nicht mehr aus", erzählt der heute 37-Jährige, der seit Mitte Februar auf Sylt lebt und arbeitet. Als Gordon Debus einen Artikel über den Hotelmanager Kurt Wachtveitl las, ließ er sich von dessen Erzählungen über Luxus und Abenteuer anstecken und nahm sich vor, Hoteldirektor zu werden. Dieses Ziel hat er nun am nördlichsten Zipfel Deutschlands erreicht.

Der Aufenthalt auf Sylt solle längerfristig sein, so Debus. "Ich kann mir gut vorstellen fünf Jahre hier zu bleiben, das ist eine lange Zeit in der Hotelbranche." Die vielen Wechsel, die der gelernte Koch hinter sich hat, würden einem das private Glück nicht immer leicht machen. "Es ist aufregend und auch toll, aber irgendwann möchte man auch ankommen und sich längerfristig mit einem Produkt identifizieren."

Bevor er jedoch auf der Insel "gestrandet" ist, hat der aus Hagen in Nordrhein-Westfalen stammende Debus in Städten wie Wolfsburg, New York, London, Honolulu, München und Hongkong gearbeitet. Jede einzelne Station habe ihm etwas mitgegeben - Hawaii sei der emotionalste Ort gewesen, an dem Gordon Debus die Herzlichkeit der Hawaiianer kennen lernte und erfuhr, wie man diese beim Umgang mit seinen Angestellten umsetzen kann.

"München hat mir nicht gefallen, das war mir dort zu spießig." Weniger spießig sei das Leben in New York gewesen - "dort habe ich aber eher ein surreales Leben geführt und dies als oberflächlich empfunden."

Obwohl es Debus an seinem vorigen Standort in Wolfsburg im Ritz-Carlton als Director of Operation "sehr gut" gefallen hat, wollte er einen Schritt weiter auf der Karriereleiter - diesen Schritt tat er ganz bewusst nicht ins Ausland, wo ihm ebenfalls Angebote winkten. "Mir gefällt es in Deutschland und ich denke nicht, dass ich als Ausländer in einem Land so befreit leben kann, wie in Deutschland." Viel freie Zeit bleibt ihm bei bis zu 14 Stunden täglicher Arbeit nicht - "ich arbeite zwar viel, aber als Hoteldirektor viel konstanter als zuvor" - aber wenn der Terminkalender es zulässt, geht Debus gerne am Watt spazieren oder genießt das " tolle Nachtleben" auf Sylt.

Als Hoteldirektor eines der größten Luxus-Resorts in Deutschland muss man sich sicherlich keine Sorgen um die eigene Urlaubsplanung machen. Doch wenn Debus mal länger frei hat, verbringt er diese Zeit am liebsten auf seinem Schiff auf der Ostsee. "Beruflich habe ich jeden Tag mit Luxus zu tun, auf dem Schiff genieße ich die Zeit in Chucks und T-Shirt, das ist dann privater Luxus für mich."

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