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Sturmreste : Müllberge an den Sylter Stränden

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Orkantief Xaver hat Plastikmüll, Holzplanken und Dünengras an die Strände der Insel gespült. Am schlimmsten betroffen ist die Hörnum Odde.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Die Hörnum Odde hat während des Orkantiefs Xaver nicht nur viel an Substanz verloren, sondern auch einiges dazu bekommen – nämlich Berge von Müll und Strandgut, die sich jetzt in den Dünentälern auftürmen. Neben abgebrochener Heide, Wurzeln und Dünengras findet sich dort auch Plastikmüll aus dem Meer und die Reste von den Strandtreppen der Insel. „Durch die Düneneinbrüche konnte sich das Wasser auf den neu entstandenen Freiflächen auslaufen und der Müll ist liegen geblieben“, erklärt Margit Ludwig, Leiterin der Naturschutzgemeinschaft Sylt.

Obwohl sich an der Hörnume Odde besonders viel Müll angesammelt hat, hat Sturm Xaver auch am Ellbogen und an den anderen Sylter Stränden unliebsame Erinnerungsstücke hinterlassen. Sogar an der Ostseite der Insel findet sich angespültes Gestrüpp, Plastik und sogar ein Kühlschrank. „Insgesamt brauchen wir bestimmt zwei Wochen, um den Müll einzusammeln, die Wege wieder herzustellen und die Strandtreppen zu sichern“, erklärt Greg Baber, der Leiter der Abteilung Strand beim Kampener Tourismus Service. „Aber bis Weihnachten wird alles fertig sein.“

Auf Sylt gibt es 35 Kilomter betreuten Strand, der von den Inselgemeinden regelmäßig gereinigt wird. Im Jahr 2012 kamen so mit dem angeschwemmten Müll und dem, den die Touristen hinterlassen, insgesamt 632 Tonnen zusammen. „Und davon stammt mehr als die Hälfte aus dem Meer“, so Ludwig.

Mit ihren dicht besiedelten Küsten und hohem Schiffsaufkommen sei die Nordsee von Verschmutzungen erheblich betroffen. Geschätzte 20.000 Tonnen Müll gelangten jährlich in die Nordsee, wovon nur 15 Prozent an die Stränden gelangen würden. „Die Hauptquellen des Mülls sind die Schifffahrt, die Fischerei aber auch der Eintrag von Land“, erklärt Ludwig. „Das kostet nicht nur die Sylter Gemeinden sehr viel Geld, sondern bringt auch Vögel und Fische in Gefahr – dabei wäre der Müll so einfach zu vermeiden.“

Während 35 Kilometer des Sylter Weststrandes von den Gemeinden betreut und damit jetzt auch aufgeräumt werden, gibt es am Ellbogen, an der Odde und an der Wattseite niemanden, der dafür verantwortlich ist. Deshalb würde Margit Ludwig gerne eine Strandreinigung im Sinne von „Unser Dorf soll schöner werden“ organisieren. „Die angedachte Sammelstelle wäre Hörnum, wo ja am meisten Müll liegt“, so Ludwig. Markus Mager vom Surfclub Sylt habe bereits signalisiert, dass sich der Surfclub an einer solchen Aktion beteiligen wolle. Jetzt plant Ludwig, eine Ausnahmegenehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde zu beantragen, um die Dünen für die Aktion betreten zu dürfen. Für Hörnums Bürgermeister Rolf Speth ist die Entsorgung des Mülls „erst einmal zweitrangig“, aber wenn es so weit sei, werde sich die Gemeinde – auch wenn sie nicht zuständig sei – zuständig fühlen. „Aber gegen Hilfe haben wir nichts einzuwenden.“

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