MVS-Gelände List : Mühsames Ringen um Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule

Hier tut sich seit Jahren nichts: Das Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule in List.
Hier tut sich seit Jahren nichts: Das Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule in List.

Kein Vorankommen: Auch drei Jahre nach dem Scheitern der Internatspläne passiert auf dem ehemaligen Militärgelände nichts. Die BiMA fordert Nachzahlungen.

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10. Juli 2015, 05:24 Uhr

Vor drei Jahren sind die Pläne, auf dem Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule ein Internat zu errichten, endgültig gescheitert. Seitdem ringen die Investoren, die Gemeinde List sowie Land und Kreis um Zukunftspläne für das zirka 17 Hektar große Gelände. Doch dass sich dort in absehbarer Zeit etwas tut – danach sieht es momentan nicht aus.

Dabei ist man sich zumindest im Groben einig. Das Gelände soll gedrittelt werden: Auf einem Drittel baut die Gemeinde List – eventuell in Zusammenarbeit mit den anderen Inselgemeinden – bezahlbaren Dauerwohnraum. Auch das zweite Drittel, auf dem sich die Sportstätten befinden, bleibt in kommunaler Hand. Das letzte Drittel schließlich will der Eigentümer, die NCS-Eigentümergesellschaft, touristisch nutzen. „Da die genehmigten Wohnungen für Insulaner von der Gemeinde gebaut werden, wollen wir dort Ferienwohnungen bauen“, sagt Willi Fallot-Burghardt, einer der beiden Hauptgesellschafter der NCS. Das oben vorgestellte Drittel-Konzept habe man bei Kreis und Land vorgestellt – dort sei die Idee positiv aufgenommen worden. Allerdings, und da ist einer der Haken bei der Geschichte, kommt dann wieder die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ins Spiel. Von der hatte die NCS das Grundstück 2010 für 2,2 Millionen Euro gekauft – der Kaufpreis war damals an die geplante Nutzung als Internat gekoppelt. Bei einer Nutzungsänderung – und dazu gehört schon der Abriss der alten Militärgebäude – verlangt die BiMA eine Nachzahlung. Das geht aus einer Rechtsstellungnahme der BImA hervor. Und das wäre nicht wenig Geld: „Für das gesamte Gelände sind das 20 Millionen Euro“, sagt Fallot-Burghardt. Er ist allerdings der Ansicht, dass dieses Geld niemals fließen muss: „Wir haben eine andere Rechtsauffassung zu den Festlegungen im Kaufvertrag mit der BImA– jetzt ist eine Feststellungsklage gegen die BImA in Planung, um Klarheit zu schaffen.“ Im schlimmsten Fall, deutet er an, müsse die Sache schlicht ausgesessen werden: Ende Juni 2025 endet die Bindung der Investoren an die BImA – dann fällt die Bindung und der Nachzahlfall weg. Sollte die Feststellungsklage erfolgreich sein, die Beteiligten an die BImA also nichts nachzahlen müssen, würden sich die anstehenden Bebauungsplanänderungen allerdings voraussichtlich auch bis 2017 hinziehen – ohnehin kann erst dann mit dem Bau begonnen werden.

Eine frustrierende Tatsache – vor allem aus Sicht der Gemeinde List. Der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Strenger weist allerdings darauf hin, dass es auch möglich wäre, das Gelände schon scheibchenweise zu bebauen – die BImA würde dann nur für diese Teile eine Nachzahlung verlangen. Auch wenn er bestätigt, dass der Plan, das Gelände zu dritteln, bei Land und Kreis auf Zustimmung stieß, wünscht er sich härtere Fakten: „Wir erwarten nun vom Investor, dass er deutlich macht, welche Größenordnung seine geplante touristische Nutzung denn haben soll.“ Über genaue Pläne und Details sei nämlich bisher noch nicht gesprochen worden – und die Gemeinde würde ja nicht jeder Idee zustimmen. Zur Vorgeschichte: Nachdem die Pläne der NCS, auf dem Gelände ein Elite-Internat zu errichten, gescheitert waren, stritten sich die Gemeinde List und die NCS bis Ende 2013 vor Gericht, ob die Besitzgesellschaft auf dem Gelände stattdessen über 300 freifinanzierte Wohnungen bauen darf. Die Gemeinde, die gegen diese Form von Wohnungsbau war, erhielt Recht. Trotzdem muss die Gemeinde, die für das Gebiet die Planungshoheit hat, sich irgendwie mit der NCS als Eigentümer des Geländes einigen. Ronald Benck, seit gestern neuer Bürgermeister im Inselnorden, kündigte gegenüber unserer Zeitung an, alles daran zu setzen, dass sich auf dem Kasernengelände endlich etwas tun wird.

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