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Mensch des Jahres 2016 : Morsumerin ist die Sylter Rundschau-Kandidatin für die Wahl

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ehrenamtliches Engagement ist für Sylta Schmidt Herzenssache.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2016 | 04:54 Uhr

„Ich heiße wie die Insel, ich spreche wie die Insel, ich bin die Insel“ sagt Sylta Schmidt aus Morsum und lacht dabei aus ganzem Herzen. Der Mensch des Jahres 2016 der Sylter Rundschau ist eine Frau, die nicht nur wie die Insel heißt, sondern der sie auch unheimlich viel bedeutet. Und das zeigt sie, indem sie sich in vielen Projekten ehrenamtlich engagiert. Vor allem die Sylter Kinder liegen ihr am Herzen, denn „die können ja nichts dafür, wenn sie in schwierige Verhältnisse hineingeboren werden“.

Kein Platz mehr auf der Couch: So stapelten sich vergangenes Jahr die gespendeten Geschenke in Sylta Schmidts Wohnzimmer.
Kein Platz mehr auf der Couch: So stapelten sich vergangenes Jahr die gespendeten Geschenke in Sylta Schmidts Wohnzimmer. Foto: Privat
 

Ein Projekt liegt ihr besonders am Herzen: Jedes Jahr in der Weihnachtszeit packen viele Insulaner Weihnachtspäckchen für bedürftige Sylter Kinder – alles organisiert von der gebürtigen Sylterin. Denn auch auf der Insel, die hauptsächlich für ihren Wohlstand bekannt ist, gibt es zahlreiche Eltern, die ihren Kindern nur wenige oder gar keine Geschenke kaufen können. Vom Sozialzentrum erfährt die Morsumerin ausschließlich das Alter und das Geschlecht der Kinder, denn „der Datenschutz ist bei dieser Aktion absolut wichtig“, wie sie erklärt. Hat sie die Liste mit den Daten, beginnt für sie eine Art Telefon-Marathon, denn Sylta Schmidt ruft die vielen Menschen auf ihrer langen Telefonliste persönlich an und gibt ihnen die Informationen zu „ihrem“ Kind. „Viele machen schon seit vielen Jahren mit“, sagt sie. Und auf deren Hilfe könne sie sich immer verlassen.

Auf die Idee für die Aktion kam die 65-jährige gemeinsam mit ihrer Kollegin Petra, als sie noch im Büro der Bäckerei Ingwersen gearbeitet hat. „Wir haben in der Zeitung immer über die Aktion ‚Weihnachten im Schuhkarton‘ gelesen“, erinnert sie sich, „damals wurde uns bewusst, dass es doch auch auf der Insel viele Familien und Kinder gibt, die unsere Hilfe benötigen.“ Am Anfang war es gar nicht leicht, das Projekt zu organisieren, sagt sie. „Die Geschenke sollten ja auch an die richtigen Stellen kommen“. Im ersten Jahr, das war 2008, sammelte Sylta Schmidt 45 Päckchen, heute stapeln sich jedes Jahr in der Weihnachtszeit zwischen 80 und 100 Pakete in ihrem Wohnzimmer, die pünktlich zum Weihnachtsfest die Augen ihrer kleinen Empfänger zum Leuchten bringen. Und auch, wenn sie das persönlich nicht sehen kann, „wenn die Kinder dadurch eine leichtere Zeit haben, dann ist das ganz viel Wert.“

Offene Tür, offenes Herz: Sylta Schmidt engagiert sich, wo immer sie gebracht wird.
Offene Tür, offenes Herz: Sylta Schmidt engagiert sich, wo immer sie gebracht wird. Foto: Nieß
 

Aber nicht nur zur Weihnachtszeit, Sylta Schmidt ist ganzjährig für die bedürftigen Menschen auf der Insel da: Gemeinsam mit der Abteilung „Familie im Mittelpunkt“ des Diakonischen Werks Südtondern bietet sie eine Art „Sofort-Hilfe“ an. „Ich habe ganz tolle Menschen im Hintergrund, die mir absolut vertrauen“, sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau. „Wenn ein Kind in Not ist, dann kann ich diese Menschen anrufen und die helfen sofort.“ Das alles passiere schnell und vor allem unbürokratisch – und das ist auch für Jutta Ringele von „Familien im Mittelpunkt“ sehr wertvoll. „Sylta Schmidt ist eine richtiger Macherin“, so Ringele. „Sie hat ein riesiges Herz für die hiesigen Kinder und Familien, ist absolut vertrauensvoll, ist unkompliziert und macht sehr oft dringend gebrauchte Hilfe ganz schnell möglich.“ Vor allem, wenn Menschen in der Krise sind, habe Sylta Schmidt ihnen mit ihrer unkomplizierten Art schon oft unter die Arme gegriffen, berichtet Ringele.

Wie viel Zeit die ehrenamtliche Arbeit bei ihr in Anspruch nimmt, weiß die Morsumerin nicht. Es ist ihr auch egal: „Ich mache es einfach, man muss einfach nur machen und nicht so viel nachdenken“, sagt sie überzeugt. Und sie macht viel: Neben den bereits geschilderten Projekten ist sie im Förderverein der Sylter Werkstätten, organisiert den Flohmarkt beim Lichterfest mit und ist im Vorstand der Morsumer Kulturfreunde, wo sie jeden Montag die Bücherei betreut. Das alles ist für sie selbstverständlich. „Uns geht es sowas von gut. Ich sage immer: Wir jaulen auf höchstem Niveau“, sagt Sylta Schmidt und lacht. „Und meiner Tochter und meinen Enkelkindern kann ich helfen. Aber viele Kinder bekommen diese Hilfe aus ihrer Familie nicht oder haben keine Familie vor Ort – und da ist es für mich doch selbstverständlich, dass ich dann da bin.“ Denn jeder könne im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen, betont sie, „man muss es nur machen“.

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