„Undine“ in Hörnum : Möbel und Wein per Segelschiff nach Sylt

Torben Hass ist Kapitän des Segelfrachtschiffs „Undine“. Regelmäßig segelt er zwischen dem Hörnumer und Hamburger Hafen.
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Torben Hass ist Kapitän des Segelfrachtschiffs „Undine“. Regelmäßig segelt er zwischen dem Hörnumer und Hamburger Hafen.

Zehn Fässer Wein sind mit dem Segelfrachtschiff „Undine“ aus Hamburg im Hafen von Hörnum angekommen. Welche außergewöhnlichen Ladungen noch so an Bord sind, erzählt Kapitän Hass.

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05. Juni 2014, 06:27 Uhr

Mit einer Ladung von zehn Fässern Wein kommt Kapitän Torben Hass im Hörnumer Hafen an. Rund 20 Stunden hat die Tour mit seinem 83 Jahre alten Zweimaster – der Undine – von Hamburg bis zur Insel gedauert. Frank Stricker und Jörg Fichtner von der Firma Rotspon aus Hamburg, die die Lieferung des Sylter Franschwyn in Auftrag gegeben hat, begrüßen den Kapitän und seine Mannschaft. „Das hat doch Stil, seine Ware so anzuliefern“, sind sich die Beiden einig. Auch zahlreiche Spaziergänger bleiben mit neugierigem Blick vor der „Undine“ stehen. Die ersten zücken ihren Fotoapparat. Einen solchen Traditionssegler sieht man eben nicht alle Tage.

Seit Ende April nimmt das Segelfrachtschiff wieder Kurs auf Sylt. Vor einem Jahr hat Torben Hass die Fahrt zwischen der Insel und Hamburg mit seiner 37 Meter langen „Undine“ aufgenommen. Zu seiner regelmäßigen Ladung gehört zum Beispiel Kaminholz. Kunden sind dafür einige Hotels auf der Insel. „Ich habe aber auch schon Holz aus der Ladeluke verkauft, wie die Krabben vom Kutter“, erzählt er.


Ikea-Einkäufe von Hamburg nach Sylt


Hauptsächlich transportiert die Undine Baustoff. Torben Hass hat aber auch schon Segelmaste, Motorräder, Lebensmittel, Fischerei-Equipment oder Umzugsgut auf die Insel gebracht. Auch die großen Ikea-Einkäufe der Sylter segelt er gelegentlich übers Meer. Zu seinen eher ungewöhnlichen Ladungen zählen zum Beispiel Elektro-Mini Cooper. Zwei dieser Exemplare brachte er im vergangenen Jahr für den Kitesurf Cup auf die Insel.

Während die meiste Ladung auf die Insel gebracht wird, ist der umgekehrte Weg eher seltener. „Hier auf der Insel wird einfach nicht so viel produziert und somit kommt auch nicht so viel runter.“ Das Mineralwasser der Sylt Quelle gehört zu den wenigen Waren, für die es in Richtung Hamburg geht. Der Seemannsclub Duckdalben lässt sich zum Beispiel regelmäßig das „handgesegelte“ Wasser liefern, erzählt Hass. Und für die leeren Flaschen geht es sogar wieder mit der Undine zurück auf die Insel.

Drei LKW-Ladungen mit einem Gewicht von rund 70 Tonnen kriegt der Kapitän pro Fahrt mit seiner „Undine“ mit. Und dann ist noch immer Platz für ein paar Mitreisende. Denn das Schiff erfüllt nicht nur seinen Zweck als Transportmittel für zahlreiche Waren. Es ist gleichzeitig auch eine beliebte Attraktion für Touristen.


Transport per Segel schont Straßen und Umwelt


Mit seiner ungewöhnlichen Arbeit will der ehemalige „Gorch-Fock“-Offizier zeigen, dass sich der Transport unter Segeln wieder lohnt. Gerade mit Blick auf den Umweltschutz müsse man ein Gegengewicht setzen, findet er. Außerdem schont es unsere Straßen, denn die riesigen LKW machen vieles kaputt. Daneben will er aber auch Emotionen mit seinem Schiff hervorrufen. „Ich werde sehr oft angesprochen, wenn ich mit meiner „Undine“ im Hafen liege. ´Das lohnt doch nicht´, höre ich dann. Und dann kommen wir ins Gespräch.“

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