Nachhaltigkeit : Mobil ohne Sprit: Sieht so die Sylter Zukunft aus?

Rund 35  000 Euro kostet eines der  neuen Elektroautos die auf Sylt unterwegs sind.
Rund 35 000 Euro kostet eines der neuen Elektroautos die auf Sylt unterwegs sind.

Zwei neue Ladestationen für Elektroautos in Kampen und List

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05. Juli 2011, 07:39 Uhr

Sylt | Mit lauten, röhrenden Motoren über die Insel zu brausen - damit könnte bald Schluss sein, wenn die Ladestationen für Elektroautos wie die von Markus Wenzel Schule machen. Der Kampener kooperiert mit dem Unternehmen e8energy und hat vor seiner Appartementvermietung vier Fahrzeuge stehen, die nicht betankt sondern aufgeladen werden müssen. "Ich habe mir selbst ein Auto gekauft. Drei weitere Citroen C-Zero können meine Gäste nutzen, während ihres Aufenthaltes bei uns." Die Fahrt im Elektroauto mache richtig Spaß, so Wenzel und an der Ampel hänge er jedes andere Fahrzeug ab. Dazu ist es fast geräuschlos und wird mit Strom von Greenpeace Energy betrieben. Sitzheizung, sechs Airbags, Klimaanlage - Wenzel fehlt nichts in seinem E-Fahrzeug.

Kaffeemaschine raus, Auto rein - so könnte jeder sein Elektroauto über Nacht aufladen. Seit neustem gibt es auch zwei feste Ladestationen auf Sylt: eine in List an der Tonnenhalle und eine in Kampen vor der Bäckerei Speck und Wenzels künftigem Firmensitz. "Nach 30 Minuten ist die Batterie zu 80 Prozent aufgeladen. Die Kosten pro hundert Kilometer liegen bei 2,50 Euro."

An der EVS-Tankstelle am Bahnweg gibt es schon länger eine Ladestation für E-Autos. "Wir arbeiten derzeit an einem neuen Energie- und Mobilitätskonzept", erklärt EVS-Geschäftsführer Marek Zelezny auf Nachfrage. Die EVS wolle gern eine Art von Ladestation anbieten, von der möglichst alle Elektroautotypen Strom ziehen können. "Wir haben uns auch eines der Citroen-Fahrzeuge angeschafft und verhandeln gerade noch mit verschiedenen Partnern, wie der künftige Weg aussehen könnte."

Mit einer Reichweite von circa 140 Kilometern sei das E-Auto "eine anwendbare Alternative" auf der Insel. "Mit 35 Kilometern von Nord nach Süd könnte man viermal am Tag hin und her fahren und der Strom würde reichen", rechnet Zelezny vor. Bezahlt wird an den Ladesäulen von e8energy mit einer Art Kundenkarte. "Einmal durchziehen, das Auto andocken und wenn es aufgeladen ist, Gas geben", so Wenzel.

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