Hörnum : Mit "Sunny" bis zu den Azoren

Leinen los: Gestern morgen starteten Frauke und Werner Zucker im Hörnumer Hafen.  Foto: Kupfer
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Leinen los: Gestern morgen starteten Frauke und Werner Zucker im Hörnumer Hafen. Foto: Kupfer

In drei Monaten wollen Frauke und Werner Zucker samt Mitfahrern zu den Atlantikinseln und zurück segeln

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11. Juni 2011, 08:53 Uhr

Hörnum | Neben dem Segelschiff "Sunny" stehen am Hörnumer Hafen ein paar Menschen. Es sind Freunde von Frauke und Werner Zucker, die sich von den beiden verabschieden wollen. Nach ein paar Umarmungen steigen die Zuckers auf ihr Schiff, während helfende Hände die dicken Seile von den Pollern losmachen. Noch einmal winken und dann geht es hinaus ins Wattenmeer. Langsam, ohne Wind und Segel, doch das soll sich ändern.

Drei Monate wollen die beiden mit dem Einmaster unterwegs sein, von Hörnum zu den Azoren und zurück. Dazwischen sind unter anderem Stopps in Amsterdam, Brest und Faro geplant. Nervös wirkt Werner Zucker jedoch nicht. "Ich segle seit etwa 55 Jahren", erzählt der Wenningstedter, der auch schon mehrere Jahre am Stück auf seinem Schiff gewohnt hat. Er segelte schon "fast überall" - ob Nord- oder Ostsee, Atlantik oder Mittelmeer. Am schönsten sei es in Island gewesen. "Da durch die Landschaft zu segeln und die Gletscher zu sehen, das war ganz toll."

1999 machte er dann sein Hobby zum Hauptberuf. Neben kurzen Fahrten im Watt vor Sylt ("Wir machen Soft Sailing - wer sich übergeben muss, bekommt sein Geld zurück!") bietet er auch die Mitfahrt bei längeren Törns wie diesem zu den Azoren an.

Bis zu acht Personen haben neben den Zuckers Platz auf dem Einmaster. Die ganze Strecke fährt jedoch außer ihnen niemand. "Die meisten sind zwei, manche vier oder fünf Wochen dabei." Sie steigen an einem der Zwischenstopps zu oder aus. Und an Bord? "Da wird entspannt. Die Leute lesen, schlafen und schnacken", so Zucker. Da der Törn zu einer Zeit stattfindet, wenn der Atlantik ruhig ist, kann nach einem Sprung vom Schiff auch gebadet werden. Und geangelt wird immer wieder, zum Beispiel Makrelen, die auf dem Schiff geräuchert und anschließend gemeinsam gegessen werden.

Um Verpflegung, die nicht geangelt werden kann, kümmern sich die Zuckers, bevor es "Leinen los!" heißt. Das Wichtigste: Wasser. Davon abgesehen fiel der Einkauf allerdings etwas kleiner aus als sonst. Grund: Der EHEC-Virus. "Obst und Gemüse haben wir erstmal nicht an Bord", so Zucker. "Das werden wir bei Landgängen im Ausland kaufen."

Ganz aufgefüllt wurde hingegen der Medizinkoffer. Medikamente, Verbände, Pflaster und Spritzen wurden in der Apotheke auf Haltbarkeit und Vollständigkeit überprüft. Umgeknickte Füße, kleine Wunden oder Magenprobleme sollten so auch auf See gut versorgt sein. Stets griffbereit: Eisspray. "Das braucht man immer wieder", lacht Zucker.

Obwohl Zucker die Strecke schon mehrfach gesegelt ist, freut er sich immer wieder auf die Azoren-Reise: Die Chance, wieder Delfine und Finnwale aus nächster Nähe zu sehen, reizt ihn. Außerdem machen Tidenhübe bis zu zehn Meter und Strömungen mit bis zu zehn Knoten das Segeln auch für ihn zu einer Herausforderung. Läuft alles nach Törnplan, laufen die beiden Zuckers Mitte September wieder im Hörnumer Hafen ein.

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