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Interview mit Jean Pütz : Mit Schokoküssen in den Weltraum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Freitag tritt Jean Pütz mit seiner „Pützmunter-Show“ auf Sylt auf. Im Interview spricht er über die Insel in den 60ern, seinen Auftritt und seine Frau.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2016 | 05:17 Uhr

Jean Pütz hat zwei Markenzeichen, die ihn unverkennbar machen: Da ist zum einen der Bart, der wie eine weiße Bürste unter seiner Nase steht und sich auf und ab bewegt, wenn er spricht. Zum anderen ist da der ausgeprägte Kölsche Akzent, den viele Fernsehzuschauer sofort im Ohr haben. 30 Jahre lang war Pütz in der „Hobbythek“ Deutschlands Do-it-yourself-König und wurde zu einer Art Pionier des Selbermachens. „Ich habe da schon mal was vorbereitet“ wurde Teil des Sprachgebrauchs und wohl einer der am meisten gesagten Sätze in der TV-Geschichte.

Heute hat Pütz einen erfolgreichen Onlineshop und tritt mit seiner „Pützmunter-Show“ deutschlandweit vor Erwachsenen und Kindern auf – am kommenden Freitag auch auf Einladung der Norddörferschule. Er integriert den Auftritt im Forum des Schulzentrums in seinen Sylt-Urlaub und verlangt keine Gage – nur der Assistent muss bezahlt werden. Die   Sylter Rundschau empfängt der 79-Jährige im Garten eines schönen Ferienhauses bei Rantum, in dem er für ein paar Tage mit seiner Familie und Hund abgestiegen ist. Im Interview – bei magenfreundlichem Tee mit Fenchel („den habe ich immer dabei“) – spricht er über seinen Auftritt, seine Liebe zu Sylt und wie er hier seine Frau kennenlernte.

 

Herr Pütz, kennen Sie die Insel und sind Sie gerne hier?

Jean Pütz: Oh ja, ich kenne die Insel lange. Schon mit meiner ersten Frau bin ich oft hier gewesen, das war in den 60er Jahren. Damals habe ich mit Gunther Sachs im Pony gefeiert und war Teil einer wohlhabenden Kölner Clique, die mich irgendwie gerne in ihrer Gesellschaft hatten. Damals hatte ich kaum Geld, studierte an der Uni Köln und war daher froh, dass ich hier manchmal eingeladen wurde.

 

Hat Ihnen das Leben hier damals gefallen?

Ich weiß, dass ich beim ersten Mal auf Sylt noch die Nase gerümpft habe ob dieses freien Lebens, das die Leute hier vorgeführt haben (lacht). Ich komme aus einem kleinen Luxemburger Moselstädtchen, war damals gläubiger Katholik und die sexuelle Freiheit auf der Insel war mir wohl ein bisschen unbehaglich. Die ganzen Nackten zum Beispiel, das war für mich neu. Ich bin dann aber irgendwie so in diese Szene reingerutscht, meine Einstellung hat sich schließlich auch wesentlich geändert und ich habe das Leben hier genossen.

 

Sind Sie dann regelmäßig auf die Insel zurückgekehrt?

Ich war viele Jahre nicht hier, vielleicht 20 Jahre. Hauptsächlich, weil ich geschuftet habe wie ein Wilder – meistens 16 Stunden am Tag. Ich hatte plötzlich die Chance, die Redaktion Naturwissenschaft beim WDR aufzubauen. Und das war so ein Glück, das musste ich am Schopfe packen. Irgendwann kam ich aber wieder und vor 18 Jahren passiert dann etwas ganz besonderes: Ich habe meine Frau in der Sansibar kennen gelernt. Ein Freund veranstaltete dort eine große Feier und hatte meine Frau, sie ist eine orientalische Tänzerin, eingeladen, nach Sylt zu kommen. Ich gebe zu, ich war damals noch ein bisschen ein Womanizer (lacht) und als ich diese tolle Frau sah, sagte ich noch zu meinem Freund: „Guck dir diese Schönheit an“.

 

Die Show, die Sie am Freitag im Forum des Schulzentrums zeigen werden, heißt die „Pützmunter-Show“. Was können vor allem die kleinen Zuschauer erwarten?

Im Grunde spiele ich den Zauberer und habe natürlich ein paar Tricks dabei. Ich konzentriere mich während der Show total auf die Kinder. Sie dürfen und sollen sogar bei der Show mitmachen. Es geht aber auch darum, ihnen beizubringen, dass man sich mit Naturwissenschaft das Leben leichter machen kann. Mein Credo ist: Mit Wissen kann man sich das Leben verlängern und erleichtern. Wir fahren zum Beispiel mit Schokoküssen in den Weltraum und überlegen, wie es einem Astronauten ginge, wenn er nicht seinen Astronautenanzug anhätte.

 

 

 

Jean Pütz tritt am kommenden Freitag für zwei Shows im Forum des Schulzentrums auf. In der ersten Show von 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr gibt es keine freien Plätze mehr. Für die zweite Show von 12 Uhr bis 13 Uhr gibt es noch Karten zum Preis von 6 Euro. Wer als Zuschauer noch dabei sein will, kann sich bei Christel Glöckner, der Schulleiterin der Norddörferschule, unter 04651-42276 oder unter 0177-7531143 anmelden.

 

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