Strandgut : Mit Roberto auf Reisen

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In der SR-Kolumne Strandgut macht sich Redakteur Nils Jesumann Gedanken über Sylt und Arafats Unterhose.

von
09. November 2013, 15:00 Uhr

Deutlich schwerer noch als die Nachricht, dass Schweizer Wissenschaftler eine verdächtig hohe Poloniumkonzentration in Jassir Arafats Unterhose gemessen haben (dpa), traf die Insel in der vergangenen Woche diese Meldung: „Roberto Blanco sagt Auftritt in Westerland ab“. Uff – ein harter Schlag in die Magengrube. Schuld an dem Rückzieher war das Orkantief Christian, das die Insel über mehrere Stunden einem intensiven Elchtest unterzogen hatte und wohl auch die Frisur Blancos irreparabel verunstaltet hätte. Die „Erleichterung“ folgte dann allerdings auch prompt, als sich herausstellte, dass der „Mustergatte“ nur mit einem Tag Verspätung zur Aufführung gebracht werden sollte. Und jetzt wird es auf einmal paradox: Hätte Orkan Christian also noch einen weiteren Tag gestürmt, so hätte er am Ende sogar noch Schaden von der Insel abwenden können – Schaden an Sylts Kulturlandschaft.

Ähnlich nachvollziehbar wie die Reaktion auf schlechte Nachrichten, ist der Ärger vieler Sylter Landschaftswarte über renitente Umweltsünder mit Hund. „Manche sind wirklich blöd“ und egal wie man mit ihnen spreche, die Antwort der Touristen seien meist pampig – brach sich der Frust der Umweltschützer jetzt auf einem Seminar in der Eidum-Vogelkoje Bahn. Aber was tun gegen Gäste, die Umweltzerstörung mit Erholung verwechseln? Die Lösung: Ab 2014 sollte sich die Insel-Politik auf einen innovativen Strafenkatalog verständigen, der den Umwelttrampeln die Flausen dauerhaft austreibt. Für einen verbotenen Spaziergang in den Dünen werden dem ertappten Sünder beispielsweise mehrere Kubikmeter Sand im heimischen Garten aufgespült. Der Blick aus dem Fenster erinnert den Gescholtenen dann täglich an seine Sylter Schande. Und wer sich zukünftig erdreisten sollte, direkt an der Abbruchkante des Roten Kliffs herum zu wandern, der muss sich auf Drakonisches einstellen: Der Schuldige wird umgehend mit Roberto Blanco in einen Container gesperrt, auf einen Tanker geladen und auf eine Reise über den Atlantik geschickt. Denn: „Ein bisschen Spaß muss sein“...

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