Quallen vor Sylt : Mit Rasierschaum gegen die blaue Nesselqualle

Hautkontakt  mit der blauen Nesselqualle sollte man vermeiden.
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Hautkontakt mit der blauen Nesselqualle sollte man vermeiden.

Die blaue Nesselqualle beeinträchtigt zurzeit das Badevergnügen vor der Sylter Westküste. Aber was hilft eigentlich gegen Verbrennungen von Quallen?

shz.de von
12. Juni 2014, 05:22 Uhr

Sylt | Von unbeschwertem Badevergnügen kann vor der Westküste keine Rede sein, wenn sich im Wasser die Quallen tummeln. Zurzeit zu Hauf zu sehen: die blaue Nesselqualle wie auch die kleine durchsichtige Seestachelbeere. Letztere ist sehr hübsch anzusehen. Im Wasser könnte der Schwimmer den Eindruck haben, in einem Bällchenbad zu sein, wenn gerade eine ganze Horde der Seestachelbeeren unterwegs ist. Der Kontakt mit der blauen Nesselqualle dagegen kann schmerzhaft sein. „Das ist eine Quallenart, die stärker nesselt, was dann zu Haut-Irritationen führen kann“, bestätigt Margit Ludwig von der Naturschutzgemeinschaft Sylt.

Warum die Quallen gerade vor der Westküste zu finden sind, erkläre sich durch den Ostwind. „Dadurch gelangt kühleres Tiefenwasser an die Küste und die Quallen darin driften durch die Strömung mit. Sobald der Wind dreht und sich die Strömung verändert, verschwinden die Quallen wieder in andere Wasserregionen.“ Noch seien die Nesselquallen im Wachstumsstadium – ausgewachsen können sie bis zu 35 Zentimeter Durchmesser aufweisen. Die langen Tentakeln, die mit Nesselzellen ausgestattet sind, brauchen die Tiere eigentlich zum Betäuben ihrer Nahrung. „Kleine Fische verfangen sich in den Fäden, werden betäubt und mit den Tentakeln zum Mund geführt“, erklärt Margit Ludwig.

Viele Gäste kennen das Phänomen, dass die Quallen kommen, wenn Ostwind ist, weiß Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts. „Das hält sie aber nicht davon ab, zu uns an den Strand zu kommen. Die Quallen gehören hier zu unserem Naturraum dazu.“

Kindliche Haut ist deutlich empfindlicher und kann bei Quallenkontakt stärker reagieren, erklärt Dr. Roland Klockenhoff. Ein Arztbesuch steht aber in der Regel nicht an, da es „selten zu richtig großen Reaktionen kommt“. Wenningstedts Strandchef Ralf Jörgensen rät dazu, auf die betroffenen Stellen Rasierschaum, Essig oder auch Massageöl zu geben. „Einige vertrauen auch eher Medikamenten, wie der Soventol-Salbe.“

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