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LED Island Sylt : Mit neuer LED-Technik Geld sparen und den Klimaschutz fördern

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Klimaschutzmanager Günter Thomas unterstützt die Initiative „LED Island Sylt“ und erläutert im Interview, was der Umstieg auf die neue Technik bringt.

von
erstellt am 07.Aug.2015 | 05:32 Uhr

Herr Thomas, Sie als Klimaschutzmanager der Insel Sylt unterstützen die Initiative „LED Island Sylt“. Welche Auswirkungen hat der Umstieg auf diese neue Licht-Technologie?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Einerseits wird der Energiebedarf für Beleuchtungszwecke entscheidend gesenkt, andererseits sparen alle Anwender erhebliche Energiekosten. Und das gilt nicht nur für gewerbliche Nutzungen wie in Geschäften, Restaurants, Hotels oder Werkstätten, sondern auch für Privathaushalte und – was ja hier auf Sylt besonders wichtig ist – ebenso für Ferienappartements.

 

Lohnt es sich tatsächlich schon, alle herkömmlichen Glühbirnen oder Halogenstrahler auszutauschen? Steckt die LED-Technik nicht noch zu sehr in den Kinderschuhen – und ist zumindest derzeit auch zu teuer?

Finanziell rechnet sich das bereits jetzt auch in den eigenen vier Wänden. Mit LED-Leuchtmitteln erreicht man ein Einsparpotenzial von stolzen 80 Prozent gegenüber der klassischen Glühlampe. Nehmen wir mal einen Vier-Personen-Haushalt als Beispiel: Durchschnittlich hat die Familie einen Stromverbrauch von 4  000 Kilowattstunden im Jahr. Zehn Prozent davon, also 400 Kilowattstunden, werden für Beleuchtungszwecke aller Art in Wohnräumen, Küche und Bad, aber auch im Keller, Gartenschuppen oder der Garage verwendet. Ein kompletter LED-Umstieg würde also eine Ersparnis von 320 Kilowattstunden bringen. Bei einem Preis von 30 Cent je Kilowattstunde macht das knapp 100 Euro weniger jedes Jahr auf der Stromrechnung. Stellt man dem die Anschaffungskosten der neuen Leuchtmittel gegenüber – eine normale LED-Birne kostet zum Beispiel in einem großen Sylter Kaufhaus neun bis 13 Euro, haben sich die Kosten in nur wenigen Jahres amortisiert. Außerdem ist die Lebensdauer einer LED-Birne mit 25  000 Stunden sehr viel höher als die der alten Glühbirne. Zumindest theoretisch könnten Lampen mit LED-Technik 25 Jahre lang leuchten.

Gibt es denn die neuen LED-Lampen bereits für alle möglichen Fassungen und Halterungen?

Die Technik und die Angebotsbreite entwickeln sich immer weiter. Für die üblichen E14- und E27-Fassungen oder auch für Sockel in Halogenstrahlern gibt es mittlerweile zahlreiche LED-Alternativen, die auch ein Laie problemlos auswechseln kann. Wichtig ist, dass man die Lichtstärken vergleicht: Denn die Helligkeit wird nicht mehr in Watt, sondern in Lumen angegeben. 25 Watt der alten Glühbirne entsprechen zum Beispiel 200 Lumen, 60 Watt sind 700 Lumen und wo es früher 100 Watt waren, müssen es jetzt 1300 Lumen sein. Was viele noch nicht wissen: auch Lampen mit Neonröhren können umgerüstet werden auf LED. Die neue Lichttechnik lohnt sich darüber hinaus für Flure und Treppenhäuser sowie für Außenbereiche in Kombination mit Bewegungsmeldern: LED-Leuchtmittel sind besonders schaltfest und erreichen, anders als die herkömmlichen Energiesparlampen, nach dem Einschalten sofort ihre maximale Helligkeit. Ein Manko sei jedoch nicht verschwiegen: LEDs funktionieren nicht mit jedem Dimmer – da sollte man auf die Verpackungshinweise achten oder sich beraten lassen.

 

Es gibt aber auch andere Kriterien, die den Verbraucher verwirren – wie die unterschiedlichen Lichtfarben ...

Die Farbtemperatur der Weißtöne wird in Grad Kelvin angegeben und reicht von warmweiß über neutral bis zu tageslichtweiß. Lampen mit niedrigeren Kelvin-Werten haben einen hohen Rotanteil und sorgen für „gemütliches“ Licht. Hohe Werte entsprechen mehr dem Tageslicht und sorgen eher für eine „Arbeitsatmosphäre“. Wo man letztendlich welches Licht haben möchte, hängt ganz vom persönlichen Empfinden ab. Wo wir gerade bei Lichtfarben sind: Bisher reden wir ja nur vom LED-Ersatz für normale weiße Glühbirnen. Es gibt jedoch ausgeklügelte Techniken, die das gesamte Regenbogen-Spektrum abdecken – mit Farbwechsel je nach Wunsch oder Tageszeit, steuerbar mit App oder Computer. Aber so etwas Luxuriöses hat natürlich dann auch seinen Preis.

 

Apropos Preis: Viele Verbraucher werden sicher nicht auf einen Schlag komplett auf LED umsteigen, sondern eher Schritt für Schritt ...

Alles, was dem eigenen Geldbeutel und auch dem Klimaschutz dient, ist nützlich und richtig. Ich warne jedoch vor dem so genannten Rebound-Effekt. Was nützt es zum Beispiel, einen neuen energiesparenden Kühlschrank in die Küche zu stellen, den alten Kühlschrank als Zweitgerät aber im Keller oder im Schuppen weiter laufen zu lassen? Gleiches gilt für’s Licht: Auch LED-Lampen sollten nirgendwo länger brennen als notwendig. Deshalb macht es vor einer Umrüstung Sinn, ein Beleuchtungskonzept zu erarbeiten und sich dabei von Fachleuten helfen zu lassen. Die Verbraucherzentrale beispielsweise bieten dafür unabhängige und kostengünstige Energieberatungen an.

 

 

 

 

 

 

 

 

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