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Vom Praktikum in die Lehre : Mit einem Ausbildungsvertrag zurück nach Spanien

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sieben spanische Praktikanten haben in die Hotelbranche auf der Insel reingeschnuppert. Jetzt berichten sie über ihre Zeit auf Sylt.

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 05:20 Uhr

Mit großen Hoffnungen sind die sieben spanischen Praktikanten auf die Insel gekommen, mit einem Ausbildungsvertrag im Gepäck fahren sie in dieser Woche wieder zurück in ihr Heimatland. Drei Monate lang konnten sie in die Hotelarbeit – ob nun im Housekeeping, in der Küche oder im Büro – reinschnuppern (wir berichteten). Möglich wurde dieses Projekt durch den Einsatz des Dehoga vor Ort und einem deutsch-spanischen Abkommen von 2013, dass die Arbeitslosigkeit in Spanien sowie den Fachkräftemangel in Deutschland bekämpfen soll.

Für die 19-jährige Diana Caballero und Cristian Garcia Garcia (26) hätte es nicht besser laufen können. Auf der Insel wurden sie mit offenen Armen empfangen, die Arbeit im Hotel Rungholt hat ihnen sehr gut gefallen und jetzt dürfen sie im September sogar wiederkommen und ihre Lehre als Hotelfachfrau und - mann beginnen.

Die beiden freuen sich, dass sie in Deutschland eine berufliche Perspektive bekommen. Zuhause in Spanien ist die Situation eine ganz andere: Die Jugendarbeitslosigkeit betrug im vergangenen Jahr fast 55 Prozent, es fehlt an ausreichend Stellen, die Chancen für Berufseinsteiger sind denkbar schlecht. Cristian hat sogar schon ein Tourismusstudium absolviert und trotzdem keine Anstellung gefunden.

Der Familie Erdmann, die Inhaber des Hotel Rungholt, sind die beiden sehr dankbar für das Vertrauen in sie. Auf keinen Fall möchten sie ihre neuen Chefs enttäuschen: „Wir werden in Spanien noch einen Deutschkurs machen, damit wir besser werden“, sagt Cristian. Denn die Sprache war eines der größten Hindernisse, das die Praktikanten überwinden mussten. Doch bei dem Kontakt mit den Gästen im Servicebereich haben sie schon viel gelernt, erzählt er weiter.

Auch Roberto Augusto Lopez Perez hat schon einen akademischen Abschluss in der Tasche und trotzdem keinen Job in Spanien gefunden. Nun wird er im Hotel Budersand eine Ausbildung als Hotelfachmann beginnen. „Er ist sehr hoch qualifiziert. Wir werden ihn entsprechend fördern“, so die Personalleiterin Lena Kind. An ihrer Seite hat Roberto bereits im Büro gearbeitet. Ob ihm diese Arbeit oder der Service besser gefallen hat, diese Frage kann er nicht beantworten: „Mir hat das alles hier sehr gefallen. Ich habe sehr viel Unterstützung von den Kollegen bekommen. Das hat bei allem sehr geholfen“, sagt er.

Auch die anderen am dem Projekt beteiligten Hotels – das Munkmarscher Fährhaus, der Keitumer Benen-Diken-Hof sowie das Hotel Stadt Hamburg – sind von ihren motivierten spanischen Mitarbeitern überzeugt.

Jessica Meyer, Verwaltungsleiterin des Fährhaus, lobt den 23-jährigen Antonio Miguel Lopez Rodriguez in den höchsten Tönen: „Wir sind überglücklich, einen so hoch motivierten Angestellten gefunden zu haben.“ Und Janina Sass vom Hotel Stadt Hamburg bewundert besonders das Engagement von ihrer Praktikantin, die deutsche Sprache zu lernen: „Jeden Tag hat sie sich hingesetzt und fleißig geübt. Vorher konnte sie kaum unsere Sprache, inzwischen versteht sie fast alles“, sagt sie.

Die beiden neuen spanischen Auszubildenden im Benen-Diken-Hof haben bereits ihren ersten Probetag in der Berufsschule hinter sich. Das Fazit: Beide trauen sich zu, die Herausforderung anzunehmen.

 

 

 

 

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