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„Beach Explorer“ : Mit dem Handy auf Muschelsuche im Wattenmeer

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

„Beach Explorer“ heißt das Online-Nachschlagewerk für Strandfunde. Eine App erleichtert die Bestimmung von Muscheln, Steinen und Co.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 05:21 Uhr

Bei einem Strandspaziergang auf Sylt werden nicht nur jede Menge Endorphine freigesetzt: Auch viele Muschelarten kann man dabei entdecken. Herzmuschel und die Schwertmuschel kennen die meisten Nordseeurlauber. Aber wer hat schon mal was von der Feingerippten Kreiselschnecke gehört? Genau so ein Exemplar hat Katharina Laage kürzlich gefunden. Die 20-Jährige führt mit ihrer Entdeckung die Finderliste des „Beach Explorers“ an. „Das ist eine Internetseite, mit deren Hilfe jeder Interessierte Strandfunde selber bestimmen kann“, erklärt Laage, die gerade ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum absolviert. Die Homepage wird von der Schutzstation Wattenmeer e.V. betrieben.

Ziel der Plattform ist es, das Naturerlebnis und die Umweltbildung zu fördern, sagt Rainer Borcherding, Mitgründer des „Beach Explorer“. Ob Sensationsfund oder Allerweltsmuschel – der digitale Strandentdecker gibt Antwort. Die Idee für das Portal entstand bereits 2006: Inzwischen umfasst der „Explorer“ rund 1.500 Arten. „Zu jedem Steckbrief der verschiedenen Muscheln, Schnecken und Steine gehört immer auch ein Foto“, so Borcherding. Fast alles hat er selbst einmal vor der Linse gehabt, nur wenige Motive sind dazu gekauft.

Unter den Nutzern der Homepage sind viele Wattführer, aber auch immer mehr Urlaubsgäste: Damit Smartphone-Besitzer auch unterwegs – ohne schwere Bestimmungsbücher – alle Tiere und Pflanzen zuordnen können, gibt es den „Beach Explorer“ auch als kostenlose App.

„Wenn man weiß, was man da vor sich hat, fällt es viel leichter, sich dafür zu interessieren und sich für den Schutz genau dieser Nordseetiere und –pflanzen einzusetzen“, sagt Borcherding. Nur durch eigenes Erkunden könne man lernen, achtsam mit der Umwelt umzugehen und sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Umgebung einzusetzen. Das Lexikon ist so aufgebaut, dass sich auch Laien Schritt für Schritt der Bestimmung des eigenen Fundes nähern können. Es fängt mit einfachen Kategorien an wie Fisch, Vogel, Schalentier – und wird schließlich so detailliert, dass der Finder sich sicher sein kann, was er in den Händen hält.

Der „Beach Explorer“ ist aber nicht nur ein reines Nachschlagewerk. Die Seite dient auch der Wissenschaft: Neben dem Bestimmen von Funden können registrierte Nutzer ihre „Schätze“ auch eintragen. Dazu wird neben Namen und Art auch das Datum und der genaue Fundort erfasst. Pro Fund gibt es eine bestimmte Anzahl an Punkten und daraus ergibt sich eine Finder-Rangliste, die Katharina Laage derzeit mit weitem Abstand anführt. „Die Meermandel zu finden ist mein nächstes Ziel – eine große, runde Muschel mit dicker, getigerter Schale.“ Wer sich trotz des Beach Explorers nicht sicher ist, was er da in der Hand hält, kann direkt mit Rainer Borcherding und seinem Team Kontakt aufnehmen, Fotos schicken und Infos austauschen.


Weitere Infos im Netz unter www.beachexplorer.de

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