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Ehemaliger Sylter Seenotrettungskreuzer : „Minden“ soll künftig Flüchtlinge retten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ehemaliges Lister Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger machte sich gestern auf die Reise in die Ägäis

Bis 2014 lag sie im Lister Hafen, nun soll sie dabei helfen, das Leben von Flüchtlingen zu retten: Die Seenotretter haben gestern im Fischereihafen von Bremerhaven ihren ausgemusterten Rettungskreuzer „Minden“ auf einen Schwerlastfrachter gehievt, um ihn in die Ägäis zu schaffen. Dort soll das Schiff ab März griechische Such- und Rettungskräfte unterstützen, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu bewahren. Die gut 23 Meter lange und knapp 70 Tonnen schwere „Minden“ wurde von einem bordeigenen Schwerlastkran aus dem Hafenbecken auf das Deck des Frachters „Atlantic“ gehoben.

Gemeinsam mit anderen nordeuropäischen Seenotrettungsdiensten reagiere die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) damit auf ein Hilfegesuch ihrer griechischen Kollegen, sagte DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder. Sie leisteten in der Ägäis hervorragende Arbeit, um Flüchtlinge zu retten, sagte er. „Aber sie kommen allmählich an die Grenzen ihrer Möglichkeiten.“

Kurz nach der Ladeaktion sollte die „Atlantic“ auslaufen. Die Fahrt ins Mittelmeer dauert nach Angaben des DGzRS-Sprechers Christian Stipeldey zufolge etwa zehn Tage. Stationiert wird der Kreuzer dann auf Lesbos. Die Einsätze koordiniert später die griechische Seenotleitung in Piräus.

Das Schiff wurde 1985 gebaut und verfügt über zwei Dieselmotoren mit zusammen knapp 2  000 PS. Anfang 2014 hatte die DGzRS ihren zuletzt in List auf Sylt stationierten Kreuzer außer Dienst gestellt und an einen Privatmann verkauft, der ihn nun für die Ägäis unentgeltlich zur Verfügung stellt. Überdies habe sich die DGzRS frühzeitig und erfolgreich um Projektspenden bemüht, hieß es. Im Sommer soll das Schiff von zwei kleineren Spezialbooten abgelöst werden, die die DGzRS derzeit auf einer finnischen Werft bauen lässt. Statt der „Minden“ ist in List seit November die „Pidder Lüng“ stationiert.

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