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Tourismus auf Sylt : Millionen mehr fürs Marketing

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

2,5 Millionen Euro mehr fürs Inselmarketing: Das fordert ein Zusammenschluss touristischer Interessengemeinschaften. Warum, das erklärte Tourismusdirektor Douven in der Gemeindevertretung.

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erstellt am 19.Mär.2016 | 06:18 Uhr

„Die Insel muss sich nicht neu erfinden“, betonte Sylts Tourismusdirektor Peter Douven vor der Sylter Gemeindevertretung. Sylt sei im touristischen Markt gut positioniert, das Jahr 2015 aus touristischer Sicht erfolgreich verlaufen. Und dennoch: Um sich mittelfristig weiter behaupten zu können, muss Sylt mehr Geld für insulares Marketing ausgeben. Das ist zumindest die Erkenntnis des Arbeitskreises „Sylt 2030“, dessen bisherige Ergebnisse Peter Douven in einem Vortrag den Gemeindevertretern erläuterte. Es ist nicht wenig Geld, dass Vertreter verschiedenster touristischer Interessengemeinschaften fordern: 2,5 Millionen Euro zusätzlich sollen jährlich in die Kasse der Sylt Marketing GmbH (SMG) fließen.

Warum es nötig ist, Sylt als Urlaubsziel stärker zu bewerben, erläuterte Douven anhand einiger Beispiele: Zwar rechnen Marktforscher damit, dass die Zahl der Übernachtungen innerhalb der nächsten zehn Jahre im Land um rund acht Prozent steigen. Allerdings, betonte Douven, werden voraussichtlich die Ostsee-Orte stärkere Steigerungen erleben als die Ferienregionen der Nordsee. Den touristischen Boom in Orten wie Travemünde bringt Douven auch mit der besseren Erreichbarkeit in Verbindung: Für Kurzurlauber – und das sind bekanntermaßen immer mehr der Gäste – sei eine gute Erreichbarkeit des Urlaubsortes immens wichtig. Urlaubsdestinationen wie Sylt, die zusätzlich zu ihrer geographischen Randlage in den kommenden Jahren noch schwerer zu erreichen sind, haben also beim Kampf gerade um die Kurzurlauber die schlechteren Karten. Hinsichtlich der Erreichbarkeit malt Douven schon für das laufende Jahr eine düstere Prognose: Es wird unter anderem durch den A7-Ausbau, aber auch die Trassenstreitigkeiten der Autozugbetreiber, für Autofahrer unattraktiver, nach Sylt zu kommen. Da auch die Bahn keine zusätzlichen Kapazitäten aufstellt, gebe es zudem keine neuen Alternativangebote zur Anreise mit dem Pkw. Auch die Fluglinien werden ihre Kapazitäten nicht erhöhen. Dazu kommt: In der Hochsaison sei aufgrund der höchsten Auslastung kaum zusätzliches Wachstum zu erwarten. Dies ist laut Douven eher in der Vor- und Nachsaison möglich.

Parallel zu diesen syltspezifischen Problemen muss die Insel wie andere Destinationen auch mit attraktiven Mitbewerbern um die Urlauber konkurrieren. Die Initiatoren von „Sylt 2030“ hatten deshalb unter anderem bemängelt, dass der Sylt Marketing GmbH für so genanntes freies Marketing nur rund 100  000 Euro zur Verfügung stehen. Um dieses Budget um 2,5 Millionen Euro aufzustocken, empfehlen sie, inselweit die Tourismus-abgaben zu erhöhen. Wichtig ist ihnen bei allen Marketinganstrengungen: Die gesamte Insel soll mit durchdachten Strategien beworben werden.

Zudem pochen sie darauf, als touristische Leistungsträger ein Mitspracherecht darüber zu erhalten, wie die Mittel künftig verwendet werden. Dazu soll nun ein Strategiekreis der SMG wiederbelebt werden.

Die Gemeindevertreter nahmen Douvens Ausführungen interessiert zur Kenntnis. Demnächst sollen die Ideen der Initiatoren in einem Postionspapier dargelegt werden, dann muss sich die Politik damit beschäftigen, ob und wie die zusätzlichen 2,5 Millionen Euro aufgebracht werden.

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