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Wohnraum auf der Insel : Mietpreisbremse ist auf Sylt kein Thema

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Politik und Verwaltung: „Auf der Insel ist die Mietpreisbremse nicht umsetzbar".

Ist die seit gestern geltende Mietpreisbremse für Sylt nur ein stumpfes Schwert? „Ja, das stimmt – leider“, sagt Nikolas Häckel. „Die Mietpreisbremse ist zwar ein wichtiges Signal im Kampf um bezahlbaren Dauerwohnraum, aber hier auf der Insel bringt uns das überhaupt nichts.“

Der Bürgermeister der Gemeinde Sylt verweist auf die Aussagen seiner Vorgängerin. Daran habe sich auch nach dem Inkrafttreten der Neuregelung für ausgewählte Kommunen in Schleswig-Holstein – darunter alle Gemeinden auf der Insel – nichts geändert. Petra Reiber hatte es zwar grundsätzlich begrüßt, dass sich die Landesregierung überhaupt des Themas annimmt, aber: „Eine Mietpreisbremse hätte ganz klare Auswirkungen auf die Insel – allerdings in zwei Richtungen“, so die ehemalige Bürgermeisterin.

Denn die Beschränkung einer Mieterhöhung um maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau sei nur auf den ersten Blick positiv. Es bestehe dadurch jedoch die Gefahr, dass weiterer Wohnraum für Insulaner verloren geht. „Für die Vermieter würde dann der Anreiz noch mehr steigen, ihre Immobilien als Ferienwohnungen zu vermieten oder zu verkaufen.“

Deshalb setzt die Verwaltung unter der neuen Leitung von Häckel auf Instrumentarien wie die Überplanung ausgewählter Wohngebiete und die Einführung zum Beispiel der 40/60-Regelung für das Verhältnis von Dauerwohnraum zu Ferienwohnungen.

Für Mario Pennino (SWG) besteht das Hauptproblem einer Preisbremse darin, dass es auf der Insel keinen dafür notwendigen Mietspiegel gebe. „Den zu erstellen, halte ich für nahezu unmöglich. Die ortsüblichen Mieten werden ja von Angebot und Nachfrage bestimmt“, so der Vorsitzende des Wohnungsbauausschusses der Gemeinde Sylt. „Und wir haben ein sehr geringes Angebot, aber extrem hohe Nachfragen.“

Außerdem wäre die Vergleichbarkeit des Wohnraums auf Sylt extrem schwierig. Zu groß seien zum Beispiel die Unterschiede von Lage und Ausstattung selbst innerhalb eines Inselorts. „Wenn dort jetzt ortsübliche Vergleichsmieten geschaffen werden, öffnen sich Tür und Tor für Klagen der Vermieter. Darüber freuen sich dann nur die Sachverständigen“, befürchtet Pennino.

Zur Schaffung von bezahlbaren Wohnraum setze die SWG deshalb voll auf das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM). „Da gibt es ja bereits gestaffelte Mietpreisbindungen, die allerdings noch flexibler für Personen mit höherem Einkommen geöffnet werden sollten.“

„Ein Mietpreisbremse ist für uns völlig uninteressant“, sagt auch Horst Kompalka, der stellvertretende KLM-Betriebsleiter. „Wir haben in allen unseren Objekten sozialverträgliche Mieten mit festgelegten Obergrenzen.“ Selbst wenn es zu Erhöhungen komme, seien diese so moderat, dass die Zehn-Prozent-Grenze auf jeden Fall eingehalten werde.

 
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erstellt am 02.Dez.2015 | 18:26 Uhr

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