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Sylter Muscheln im All : Miesmuschel-Zellen in ISS erfolgreich aufgetaut

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zellen von Sylter Miesmuscheln wurden erfolgreich in der Raumstation ISS aufgetaut und werden jetzt für wissenschaftliche Experimente genutzt.

shz.de von
erstellt am 27.Mär.2015 | 05:40 Uhr

In der Internationalen Raumstation ISS werden derzeit Experimente mit Muschelzellen durchgeführt. Wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mitteilte, stammen die Muschelzellen aus dem Sylter Wattenmeer. Dort seien die Miesmuscheln leicht zugänglich und nicht extrem mit Schadstoffen belastet, sagte eine Sprecherin des DLR. Mit den Experimenten soll getestet werden, in welchem Ausmaß das Immunsystem in der Schwerelosigkeit nachlässt. Dafür war Raumfahrtmedizinerin Sonja Brungs im September 2014 durch das Wattenmeer gewandert, um die richtigen Probanden für den Weltraumflug auszuwählen. Die Muscheln mussten einen Aderlass über sich ergehen lassen und durften dann wieder ins Wasser zurück.

Noch vor Ort auf Sylt wurden aus dem Muschelblut die Fresszellen der Muscheln – die so genannten Hämozyten – isoliert und auf ihre Brauchbarkeit für das Experiment im Weltall untersucht. Nur die besten Zellen wurden eingefroren und starteten im Januar 2015 zur Internationalen Raumstation ISS. Jetzt seien die Sylter Muschelzellen erfolgreich aufgetaut worden, gab das DLR Mitte dieser Woche bekannt. Mit Hefe-Zellen sollen sie dazu stimuliert werden, aktiv zu werden. Wenn sie die Hefe unschädlich machen, werden Sauerstoffverbindungen freigesetzt, die wiederum mit einem Farbstoff sichtbar gemacht werden. In den DLR-Laboren auf der Erde finden Vergleichsmessungen statt: Auch hier müssen Sylter Muschelzellen um ihr Überleben kämpfen.

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