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Serie über sylter Ordnungsamt : „Mich persönlich reizt dazu die Aufgabenvielfalt“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ordungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt spricht im Interview über den Personalstand der Inselwehren und warum ihr ihre Arbeit so viel Spaß macht.

Von der nicht geschnittenen Nachbarshecke über Falschparker bis hin zu Evakuierungen aufgrund eines Brandes oder Orkans – das Aufgabengebiet der 31 Mitarbeiter des Sylter Ordnungsamtes ist vielfältig. Jetzt in der Hochsaison ist das Ordnungsamt im Dauereinsatz. Die Sylter Rundschau wird in einer Serie die verschiedenen Aufgabenbereiche der Behörde vorstellen – wer ist für was zuständig, wer ist der richtige Ansprechpartner für dieses oder jenes Anliegen und wie können Bürger Kontakt aufnehmen.

Den Anfang macht Gabriele Gotthardt, seit gut zwei Jahren Leiterin des Ordnungsamtes. Sie erzählt im Interview, warum ihr die Arbeit so viel Spaß macht und warnt vor Personalmangel in den Sylter Feuerwehren.

 

Frau Gotthardt, was brauchen Sie und Ihre Kollegen für Eigenschaften, um mit ernsthaften Beschwerdeführern und notorischen Meckerern fertig zu werden?

Gabriele Gotthardt: (lacht) Gesunden Menschenverstand, viel Gelassenheit und eine ordentliche Portion Pragmatismus. Mich persönlich reizen dazu die Aufgabenvielfalt, die Verantwortung und die Gestaltungsfreiheit.

 

Haben Sie im Sommer mehr zu tun als im Winter? Ich denke da an Ruhestörungen oder Parkprobleme.

Wir haben jetzt eindeutig mehr Bürgerkontakte als im Herbst oder im Frühjahr. Lärmbelästigung nicht nur durch Feiernde sondern vor allem durch Baustellen oder Firmen ist Thema jetzt. Genauso wie Parktickets oder die nicht oder schlecht geschnittene Hecke des Nachbarn. Wenn es allerdings im Winter schneit, ist bei uns fast genauso viel los wie jetzt. Thema ist dann die Räumpflicht, die schlecht oder nicht verrichtet wurde.

Im Ordnungsamt vorstellig zu werden, fällt einigen Bürgern leichter, als gleich zur Polizei zu gehen. Trotzdem ist der Ruf Ihrer Behörde nicht immer nur positiv besetzt. Woran liegt das?

Als Ordnungsamt bewegen wir uns in einem Spannungsfeld zwischen Gästen, Syltern, der Politik, der Gastronomie usw. Wir können es nie allen Recht machen. Ich sehe unsere Aufgabe darin, das Miteinander so zu gestalten, dass das Leben reibungslos verläuft, dass Sicherheit gewährleistet ist, beispielsweise bei Veranstaltungen. Ich bin überzeugt, wir im Ordnungsamt machen einen guten Job. Mir ist es wichtig, dass wir uns Zeit nehmen für diejenigen, die mit uns Kontakt aufnehmen. Manchmal geht es ja nur darum, dass Beschwerdeführer etwas loswerden wollen oder Informationen benötigen.

 

Wann rufe ich eigentlich das Ordnungsamt anstatt die Polizei und wann ist es umgekehrt der Fall?

Grundsätzlich ist in Schleswig-Holstein die Gefahrenabwehr eine gemeinsame Aufgabe der Ordnungsbehörden und der Polizei, beide Organisationen arbeiten eng zusammen. Sofern keine zeitliche Dringlichkeit gegeben ist oder unmittelbare ’Gefahren’ für Einzelne oder die Allgemeinheit bestehen, sollte sich der Bürger an das Ordnungsamt wenden. In Einzelfällen wird er dann an die zuständige Behörde weitergeleitet. Bei besonderen Gefahrensituationen oder zu Zeiten der Nichterreichbarkeit der ’originär zuständigen’ Behörde steht die Polizei als alternativer Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Kommen wir zu einem Thema, das ganz eng mit der Sicherheit der Bevölkerung zusammenhängt: die Inselwehren. 2011 drohte Kampen und Rantum eine Pflichtwehr, weil sich nicht mehr genügend Freiwillige fanden, die sich in den Dienst der Feuerwehr stellen wollten. Wie ging das Ganze aus?

Stimmt, vor drei Jahren haben wir Briefe verschickt und in beiden Orten jeweils 20 Personen verpflichtet. Die meisten davon legten uns dann ein ärztliches Attest vor und fielen für den Feuerwehrdienst weg. Die kleine Gruppe, die dann noch übrig blieb, lernte die Kameradschaft kennen und blieb freiwillig, so dass wir die Verpflichtungen zurücknehmen konnten.

 

List hat seit 2005 eine Pflichtwehr, als einziger Ort auf der Insel. Das muss aber ja nicht negativ sein, wer die Truppe im Norden schon mal kennen gelernt hat...

Überhaupt nicht. Wie die Wehr genannt wird, ist nicht das entscheidende. Viel wichtiger ist, dass sich jeder im Ernstfall, im Einsatz, auf den anderen verlassen kann.

 

Wie sieht es aktuell mit dem Personalstand der Feuerwehren aus?

Im Moment stimmen die Zahlen noch. Aber besser wäre es immer, mehr Freiwillige zu haben, allein schon weil sich die Aufgaben dann auf mehr Schultern verteilen. Außerdem wird uns die demographische Entwicklung in den nächsten Jahren ziemlich herausfordern.

 

 

In den nächsten Folgen der Ordnungsamts-Serie werden die Bereiche: Bürgerservice/Wahlen, Bußgelder, Veranstaltungen/Konzessionen, Politessen, Allgemeiner Außendienst, Asyl/Obdachlosigkeit und Verkehr/Sondernutzung vorgestellt.

 

 

 

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erstellt am 05.Aug.2014 | 05:39 Uhr

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