„Mich fasziniert die Technik“

Der Sylter Mario Moritzen ist begeisterter Modellbauer und Copter-Pilot

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27. Juli 2015, 16:06 Uhr

Seine Augen leuchten wie die eines glücklichen Kindes, als er seinen Hexacopter einschaltet. Es piepst und surrt, und als der Flugroboter langsam in die Luft steigt, ist es, als würde eine überdimensionale Biene auf Blütensuche gehen.

Der Sylter Mario Moritzen (Foto rechts) kam zu seinem Copter über sein Hobby, den Modellflug. Seit 25 Jahren ist er begeisterter Pilot von Flugrobotern, heute vor allem von Helikoptern und Multicoptern. Da er auch Hobby-Fotograf ist und gerne Bilder aus der Luft schießen wollte, begann er vor einigen Jahren aus vielen Einzelteilen seinen ersten Copter zusammenzuschrauben. Das Gerät entwickelte sich im Lauf der Jahre immer weiter, andere Flieger kamen hinzu und auch das Equipment wurde mehr: Mit einer Bodenstation kann er unter anderem auf einem Monitor live verfolgen, welche Bilder seine 16-Megapixel-Kamera einfängt und mit einer speziellen „Fly-per-view-Brille“ kann er seinen Race-Copter, der Spitzengeschwindigkeiten bis zu annähernd 200 Stundenkilometer fliegen kann, immer im Auge behalten.

Moritzen legt Wert darauf, dass er noch ein Modellbauer ist. Er würde sich – und das betont er – ein bereits zusammengebautes Gerät im Handel niemals kaufen. „Manchmal ist es auch ein bisschen traurig zu sehen, dass andere sich einfach einen Copter kaufen und damit sofort und völlig ohne Probleme in die Luft steigen können“, sagt er lächelnd, „bei mir hat es sehr lange gedauert, bis der Copter überhaupt waagerecht fliegen konnte. Aber als Modellbauer ist es eine Sache der Ehre, einen Copter selbst zusammenzuschrauben.“

Seine Freizeit verbringt er gerne mit der Fernsteuerung in der Hand auf der Wiese des Modellflug-Vereins Sylt an der Bäderstraße südlich von Westerland. Vor jedem Start bittet er beim Sylter Flughafen-Tower um Erlaubnis und bei optimalen Windverhältnissen – je weniger, desto besser – lässt er den Copter in die Luft. Die Steuerung, die schon mehr einem komplizierten Computer ähnelt, trägt er dabei wie einen Bauchladen stolz um den Hals, den Flugroboter immer im Auge. „Mich fasziniert vor allem die ganze Technik“, sagt er begeistert, „etwas zu beherrschen, das sich kabellos bewegt, ist einfach toll.“

Doch der Trend und seine Folgen machen ihm auch Sorgen. „Jeder kann sich so ein Gerät besorgen und damit durch die Gegend fliegen“, sagt er, „es gibt keine Altersgrenze, die Regeln und Nutzungsbedingungen liegen den Geräten nicht bei. Und wenn ein Copter jemandem auf den Kopf fällt, kann wirklich etwas passieren.“

Wie viel Geld ihn sein Hobby im Laufe der letzten Jahrzehnte schon gekostet hat, kann er nicht sagen. „Da will ich lieber nicht drüber nachdenken“, sagt er augenzwinkernd, „wahrscheinlich wird mir dann schwindelig.“

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