Insel-Country : „Mia Weber“ vor dem nächsten Karriereschritt

Lieder von Heimat, Natur und Weite: Sängerin Annett Kötting lebt seit drei Jahren auf Sylt.
1 von 2
Lieder von Heimat, Natur und Weite: Sängerin Annett Kötting lebt seit drei Jahren auf Sylt.

Sylter Sängerin Annett Kötting stellt am 23. Februar ihre neuen Lieder vor

von
13. Februar 2018, 04:48 Uhr

Im letzten Juni ist ihre erste Single „Durch die Nacht“ erschienen, nun folgt der nächste Schwung Lieder von Mia Weber. Dabei kennen die meisten Insulaner die sportliche Sylterin unter dem Namen Annett Kötting. Doch für die Charts klingt „Mia Weber“ natürlich viel lässiger. Wir trafen die 46-jährige Sylterin zum Interview.

Im letzten Sommer ist Deine erste Single „Durch die Nacht“ erschienen, nun folgen sechs weitere Lieder in der Musikrichtung deutscher Country-Pop. Wie kommt man als Sylterin zu US-amerikanischer Folklore?

Annett Kötting: Hierzulande denkt man bei Country vielleicht zuerst an Truck Stop, aber in den letzten 15 Jahren hat sich viel geändert. Country ist nicht nur Herzschmerz, die Texte handeln nicht nur vom „Ich bin zutiefst traurig, weil ich Dich vermisse und Du bist nicht da.“ Country erzählt eigentlich eine Geschichte, die über das glückliche Leben hinausgeht und auch von Höhen und Tiefen erzählt, die jeder erlebt. Verbunden mit dem Gefühl von Heimat, mit der Liebe zum Land oder zu einem fernen Ort. Zum Sound gehören vor allem Gitarren – sowohl Steelguitar als auch E-Gitarren, aber auch Violinen. Und natürlich auch ein bisschen Elektronik.

Peter Kötting: Annetts Musik geht in eine sehr moderne, zeitgemäße Richtung. Und unter dem Aspekt Heimat, Natur und Weite spielt natürlich der Lebensmittelpunkt Sylt eine Rolle. Wo kann man diese Weite, diese Natur besser erleben als auf unserer Insel?

Countrymusik liegt durchaus im Trend, das beweisen Taylor Swift, Mumford and Sons, Shania Twain ...

Jetzt sag’ mir noch eine Deutsche? Da gibt es nicht so viele. Texas Lightning mit Olli Dittrich war mit englischsprachiger Musik erfolgreich. Linda Feller singt Country, The Boss Hoss – es gibt wenig Interpreten.

Taucht Sylt denn auch in den Texten auf?

Nicht namentlich, aber sinnbildlich. Wenn es um den Leuchtturm oder den Strand oder die Ferne geht – und wo kann man besser als hier in die Ferne sehen?

Wusstet Ihr denn schon beim ersten Lied, dass es in diese Richtung geht?

Nein, das war für mich auch ein Lernprozess. Beim ersten Lied fehlte mir vielleicht noch der Mut zu dieser Lücke. Jetzt ist es für mich total klar – das ist genau das, wo ich mich richtig wohlfühle. Wir waren im Hamburger Streamlyne-Studio. Die Produzenten Sandi Strmljan und Peter Koobs haben es mir beigebracht: Es geht als Sänger nicht nur darum, gut zu singen, man muss auch eine Geschichte erzählen und einen Spannungsbogen aufbauen, damit der Zuhörer gespannt ist auf die nächste Zeilen.

Wie geht es jetzt weiter?

Annett Kötting: An erster Stelle steht natürlich die Suche nach einer Plattenfirma. Da gibt es Gespräche, aber so eine Verbindung muss von beiden Seiten passen. Wir hoffen, in den nächsten zwei bis drei Monaten zu einem Abschluss zu kommen. Dann steht nochmal Studioarbeit an, aber mein Ziel ist es, auf der Bühne zu stehen und meine Songs vor dem Publikum zu präsentieren, das Publikum damit zu unterhalten und zu begeistern. Da hoffe ich, dass es dieses Jahr den einen oder anderen Liveauftritt gibt.

Peter Kötting: Auch auf der Insel. Wir planen ein kleines, privates Event am 23. Februar in der Sturmflotte, nur mit Gästen, ohne Eintritt. Annett wird mit ihren beiden Musikern Daniel Möhrke und Jan-Marten Block von Recording Sylt auftreten und ihre Songs zum ersten Mal live vorstellen. Für einen guten Zweck – wir sammeln Spenden für die Lebenshilfe Sylt.

Annett Kötting: Für mich ist es ganz wichtig, dort Erfahrungen zu sammeln, wie das Publikum reagiert. Auch wenn ich seit meiner Kindheit singe und hier und da bei kleinen Veranstaltungen auf der Bühne gestanden habe – in den letzten Jahren hatte ich einen ganz anderen Beruf. Und da ist so ein Abend mit Freunden und Bekannten wichtig, um ein Feedback zu bekommen, bevor man vor ganz vielen fremden Menschen steht. Auch wenn das Ziel ist, einmal auf der großen Bühne zu stehen, muss ich trotzdem step-by-step klein anfangen.

Peter Kötting: Im nächsten Schritt wäre ein größerer Rahmen mit 100 Zuhörern denkbar. Da wäre im Sommer die Musikmuschel sehr geeignet.

Annett Kötting: Hinzu kommen Promoauftritte, ob im Fernsehen oder Radio. Und wenn es passt, würde ich zum Ende des Jahres gern irgendwo als Vorgruppe reinkommen. Das ist das Ziel. Ein sehr zäher und steiniger und arbeitsintensiver Weg, auf dem es überhaupt keine Garantien gibt für Erfolg. Man muss da hart arbeiten; das kann zwei, drei Jahre dauern.


Die Songs sind auf den Musikplattformen iTunes, Spotify, Amazon, Google und Deezer zum Download erhältlich.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen