Sylt : Mehr Zugausfälle und Verspätungen der NOB

Warten auf verspätete Züge der Nord-Ostsee-Bahn gehört zum Alltag von Pendler, Urlaubern und Insulanern.
Warten auf verspätete Züge der Nord-Ostsee-Bahn gehört zum Alltag von Pendler, Urlaubern und Insulanern.

Die Nord-Ostsee-Bahn war auf der Strecke Hamburg-Sylt diesen August zu 92 Prozent pünktlich. 20 Züge fielen aus. Die Werte waren schon mal besser.

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18. September 2012, 08:56 Uhr

Sylt | Verspätungen und komplette Zugausfälle bei der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) sind auch in diesem Sommer ein beinahe tägliches Ärgernis für Pendler, Urlauber und Insulaner. Mit der Situation während des Lokführerstreiks vor einem Jahr sind die Beeinträchtigungen zwar nicht vergleichbar, doch auf Nachfrage der Sylter Rundschau bestätigt NOB-Geschäftsführerin Martina Sandow, dass es diesen Sommer mehr Unregelmäßigkeiten als 2010 gegeben habe. Genaue Zahlen könne sie aus Wettbewerbsgründen zwar nicht nennen, doch in den letzten Monaten sei eine leichte Zunahme von Zugausfällen und Verspätungen durch Fahrzeugstörungen festzustellen gewesen.
Generell hätten Verspätungen und Ausfälle unterschiedliche Ursachen. Sandow: "Dazu gehören neben Fahrzeugstörungen oder Störungen an der Infrastruktur auch Baumaßnahmen, das Warten auf andere Züge oder Polizei- und Notarzteinsätze." Unabhängig von der Ursache würden Störungen entlang der Strecke Hamburg-Westerland den Betrieb der Züge meist nachhaltig beeinträchtigen. Denn die Züge führen in einem so genannten Umlaufverfahren. "Bei einer Störung muss deshalb der gesamte Betrieb inklusive der Fahrzeuge und des Zugpersonals neu organisiert werden."
Überfüllte Züge, fehlende Informationen am Bahnhof
Auch wenn die NOB sich laut Sandow "bemüht, Verspätungen und Ausfälle zu reduzieren", ist Pendlerin Lena Altmann aus Langenhorn unzufrieden: "Ich pendle jetzt seit eineinhalb Jahren und bin so genervt." Um pünktlich zu ihrer Arbeitsstelle in Westerland zu kommen nimmt die 22-Jährige häufig einen Zug früher. "Wenn meine Schicht um sieben Uhr anfängt, sitze ich schon um 5.48 Uhr im Zug." Neben den ständig überfüllten Zügen ärgert sie sich am meisten über fehlende Informationen am Bahnhof in Langenhorn: "Letzten Winter musste ich bei minus 13 Grad eineinhalb Stunden warten und bekam noch nicht einmal über die NOB-Hotline Auskünfte."
Da die NOB im Auftrag des Landes auf der Strecke zwischen Hamburg und Westerland fährt, erhält das Unternehmen vom Land Schleswig-Holstein Zuschüsse und bekommt einen so genannten Pünktlichkeitswert vorgeschrieben - demnach müssen mindestens 90 Prozent der Züge pünktlich fahren, ansonsten werden die Zahlungen zum Teil einbehalten. Laut Dennis Fiedel, Pressesprecher der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft mbH (LVS), waren im August dieses Jahres auf der Gesamtstrecke zwischen Hamburg und Westerland 91,9 Prozent der Züge pünktlich, auf der Strecke zwischen Niebüll und Westerland 91 Prozent. Dies liege auf den ersten Blick zwar über dem geforderten Wert, doch "viele Fahrgäste erwischen eben auch die verspäteten Züge".
Verzögerungsanfällige Strecke
Momentan sehe es danach aus, dass die NOB über dem geforderten Jahresdurchschnitt bleibe, schätzt Fiedel die Lage ein. Er sagt jedoch auch, dass ein Pünktlichkeitswert von 90 Prozent relativ niedrig sei. "Die Strecke zwischen Niebüll und Westerland ist eben sehr verzögerungsanfällig." Zum Vergleich: Der Wert für die Strecke zwischen Husum und St. Peter-Ording liegt bei 95 Prozent, da auf dieser Strecke wenig externe Einflüsse den planmäßigen Zugverkehr behindern.
Im August dieses Jahres sind laut Fiedel 20 von insgesamt 1844 Zugfahrten zwischen Niebüll und Westerland ausgefallen. "Falls Fahrten ersatzlos ausfallen, erhält die NOB keine Zahlungen."

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