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Kriminalität auf Sylt : Mehr Wohnungseinbrüche und Fahrraddiebstähle

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Sylter Kripo zieht Bilanz für das Jahr 2014.

von
erstellt am 14.Apr.2015 | 05:44 Uhr

An das Tötungsdelikt im September 2014 zum Nachteil einer Krankenschwester aus Wenningstedt werden sich viele Insulaner erinnern. Auch die Sylter Kriminalpolizei hat diesen Überfall in bleibender Erinnerung – als einen von vielen Fällen in der Kriminalitätsstatistik der Insel aus dem Jahr 2014. Bei diesem, auf Sylt glücklicherweise eher seltenen Delikt gelang es den Sylter Beamten sehr schnell, einen Tatverdächtigen zu ermitteln. Mit Hilfe von Kollegen aus Flensburg und Spanien wurde der ehemalige Lebensgefährte auf einer Fähre in Spanien festgenommen und nach Deutschland überführt. Der Prozess gegen ihn hat erst vor wenigen Tagen in Flensburg begonnen und ist noch nicht beendet.

Zwar ging im Vergleich zu 2013 die Kriminalität auf Sylt – wie in den Jahren zuvor – leicht zurück und lag damit im landesweiten Trend. Art und Umfang der Fälle nahmen jedoch die Sylter Beamten besonders in Beschlag. Neben drei Großbränden in Rantum, Westerland und Wenningstedt, deren Bearbeitung noch nicht abgeschlossen ist, beanspruchte eine besonders dreiste Betrügerbande die Kriminalpolizei langfristig. Über das Internetportal „traumwohnung.org“ boten die Täter bundesweit Ferienwohnungen auf Sylt an, ohne tatsächlich über diese zu verfügen. Anreisende Feriengäste mussten auf Sylt feststellen, dass sie um die überwiesenen Gelder betrogen worden waren.

Die Aufklärungsquote der Sylter Kriminalpolizei lag mit knapp über 50 Prozent im Gegensatz zu den Vorjahren zwar etwas unter dem Landesdurchschnitt, bei den die Bevölkerung besonders beunruhigenden Deliktfeldern wie Raub oder Wohnungseinbruchsdiebstahl lag sie 2014 sie jedoch im oder sogar über dem Landesdurchschnitt.

Zwar musste die Kriminalpolizei der Insel eine signifikante Steigerung bei den Wohnungseinbrüchen von 13 Fällen im Jahr 2013 auf 42 im Jahr 2014 verzeichnen, dabei gelang es ihr jedoch in 20 Fällen (47,6 Prozent) diese aufzuklären – 2013 gab es zwei aufgeklärte Fälle (15,4 Prozent). Im Landesdurchschnitt lag die Aufklärungsquote lediglich bei 12,6 Prozent.

Erk Kessenich, der stellvertretende Leiter des Sylter Kripo, rät in diesem Zusammenhang noch einmal dringend, in der beginnenden warmen Jahreszeit darauf zu achten, dass Türen und Fenster auch im rückwärtigen Bereich der Häuser in unbeobachteten Momenten geschlossen sein sollten. Allen Haus- und Wohnungsbesitzern empfiehlt er, sich an zertifizierte Sicherheitsunternehmen wenden, um den vorhandenen Einbruchsschutz zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren.

Bei den Diebstählen aus Kraftfahrzeugen blieb die Anzahl der Taten mit 67 Taten fast exakt auf dem Stand des Vorjahres, 2013 waren es 66 Taten. Die Aufklärungsquote stieg zwar von 4,5 Prozent im Jahr 2013 auf sechs Prozent in 2014, blieb damit jedoch auf einem sehr niedrigen Niveau. „Wir können nur immer wieder darauf hinweisen, keine augenscheinlich wertvollen Gegenstände sichtbar im Auto zurückzulassen“, sagt Kriminalhauptkommissar Kessenich. „Außerdem sollten Bürger verdächtige Geräusche oder Beobachtungen umgehend an die hiesige Polizeiwache melden. „Ohne diese Mithilfe der Bevölkerung kann uns sonst keine spürbare Verbesserung in diesem Deliktsbereich gelingen.“

Die Anzahl der Fahrraddiebstähle stieg von 149 auf 179 und blieb damit auf einem sehr hohen Stand. Weil auch in 2014 zahlreiche verschlossene Räder abhanden kamen, rät die Kriminalpolizei dringend, Fahrräder möglichst an vorhandene Fahrradständer anzuschließen. Der Stand der angezeigten Ladendiebstähle blieb mit insgesamt 80 Taten auf exakt dem Stand des Jahres 2013. Gleiches gilt für die aufgeklärten Taten mit insgesamt 59 Fällen.

„Im Bereich der Drogendelikte sind und bleiben wir aktiv – insbesondere, wenn uns bekannt wird, dass Drogen an Minderjährige verkauft und von ihnen konsumiert werden. Dazu zählt auch das Problem mit dem hin und wieder verharmlosten Konsum von Cannabis, das in Sicherheitsbehörden zweifelsfrei als Einstiegsdroge zum Konsum von härteren Drogen zählt“, erläutert Erk Kessenich. „Wir sehen hier neben Polizei und Schule insbesondere das Elternhaus in der Pflicht, Veränderungen an den eigenen Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen und sie in direkten Gesprächen anzusprechen.“

Da es sich bei diesem Deliktsfeld um so genannte Kontrolldelikte handelt, das heißt, je mehr Zeit die Polizei hat, desto mehr stellt sie fest, ging die Anzahl der Fälle im für die Polizei außergewöhnlich arbeitsreichen Jahr 2014 leicht von 63 Fällen 2013 auf 52 Fälle zurück. Dies sei jedoch keinesfalls als Hinweis auf eine verminderte Gefahr durch den Drogenkonsum auf Sylt zu verstehen, so der Sprecher der Kriminalpolizei, auch wenn die im süddeutschen Raum aufkeimende Gefahr durch synthetische Drogen wie Crystal Meth bislang noch nicht bis nach Sylt geschwappt sei.

Die allgemeine Kriminalitätslage gebe allerdings weder für Insulaner noch für ihre Gäste Anlass zur besonderen Beunruhigung. „Wir liegen nach wie vor unter dem bundesweiten Durchschnitt der festgestellten Straftaten bezogen auf die Anzahl der Bevölkerung. Wachsamkeit und Vorsicht sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihrer Polizei schützen am besten vor der Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden. Dafür stehen wir als Polizei jeden Tag zur Verfügung“, betont Hauptkommissar Erk Kessenich.

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