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Fazit der Sylter Saison 2014 : Meerkabarett will neue Wege gehen

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Geschäftsführer Joachim Wussow blickt zurück auf eine spannende Sommersaison / 2015 soll es mehr Jazzkonzerte und Showprogramme geben

„Es war schon ein sehr spannender, aber auch anstrengender Sommer für uns“, sagt Meerkabarett-Chef Joachim Wussow in einem ersten Fazit zur Saison 2014, die am gestrigen Abend mit dem Auftritt von Comedy-Mediziner Eckart von Hirschhausen und seinem Programm „Wunderheiler“ zu Ende ging. Innerhalb eines Nachtumbaus musste die Eventhalle gleich nach dem Public Viewing zum Finale der Fußball-WM am 13. Juli für die Eröffnungsgala tags darauf umgebaut werden, und nur zehn Tage später fanden erstmals auf dem Außengelände in Rantum die drei Open-Air-Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals statt. Besonders der Auftritt von Ina Müller sei mit 3500 Zuschauern ein „toller Erfolg“ gewesen, so Wussow, „und das ausgerechnet an ihrem Geburtstag.“ Die Freiluftveranstaltungen hätten den Ort um die Sylt-Quelle noch einmal anders dargestellt und gezeigt, was hinsichtlich der Kapazitäten und der Infrastruktur möglich sei.

„Interessantes Neuland für uns waren die Jazzkonzerte mit Trompeter Till Brönner und Bassist Dieter Ilg und der Jazzkantine“, erklärt der Meerkabarett-Chef. „Wir glauben, und der Erfolg beider Abende gibt uns recht, dass auch für diese Art von Musik ein Publikum existiert. Zwar nicht für jede Woche, aber als kleine Brillanten im Programm.“ Als ebenso spannende Innovation bezeichnet Joachim Wussow die drei Tage mit der kubanischen Musik- und Tanzproduktion Pasion de Buena Vista. „Ähnlich wie bei der Schmidt-Show unterwegs zu Zeiten der Fliegenden Bauten gehen wir weg vom Aspekt Einzelkünstler oder einzelne Band und stellen ein Konzept, eine Show mit einem Präsentator, wie in diesem Fall Kay Ray, vor.“ Das werde mit Sicherheit eine Richtung für die Zukunft sein, so Wussow.

Als ganz persönliche Highlights des Sommers 2014 nennt er den Abend mit Gernot Hassknecht, der sein Publikum nicht zwei Stunden lang etwa nur angeschrieen, sondern sehr gutes politisches Kabarett geboten hat – außerdem den italienischen „Papierverkleidungskünstler“ Ennio Marchetto, der bereits die Gäste der Eröffnungsgala begeisterte, sowie Gustav Peter Wöhler mit seinen Family Affairs.

Zu einer genauer Auswertung der Besucherzahlen und der Auslastung insgesamt sieht sich Joachim Wussow noch nicht in der Lage: „Die Tatsache, ob das Haus ausverkauft ist oder nicht, wird ja immer von schwer kalkulierbaren Kriterien beeinflusst: welche Gäste jeweils auf der Insel sind, wie das Wetter aktuell ist, was sonst parallel an Veranstaltungen läuft und vielem mehr.“ Ebenso zurückhaltend äußert sich der Meerkabarett-Geschäftsführer zur finanziellen Situation am Saisonende. Zwar sei es gut zu wissen, dass die Gremien der Gemeinde Sylt bereits im vergangenen Jahr einer Verlustabsicherung zugestimmt hätten, aber: „Ob und falls ja, in welcher Höhe wir darauf zurückgreifen müssen, weiß ich frühestens im Oktober.“

Auskunftsfreudiger zeigt sich Joachim Wussow in Sachen Ausschreibung als Betreiber des Wenningstedter Kursaals. „Wir haben hier in der Sylt-Quelle ja das Problem, dass Wasserabfüllung und Kulturbetrieb teilweise in gleichen Räumen stattfindet, deshalb hatten wir den Gedanken, künftig Montag und auch Dienstag spielfrei zu machen und stattdessen an diesen Tagen Veranstaltungen im neuen Haus des Gastes durchzuführen.“

Überhaupt hätte er verschiedene Konzepte in der Schublade, um mehr auch außerhalb der Saison anbieten zu können. Deshalb habe er bereits vor der Ausschreibung Kontakt zum InselCircus und auch zu Tourismusdirektor Henning Sieverts aufgenommen. Doch dann sei die Ausschreibung gekommen – mit einem, so Wussow, „sehr anspruchsvollen Zeitplan“, der es nicht erlaubt habe, ein mögliches Konzept für eine gemeinsame Lösung mehrerer Bewerber weiter voranzubringen und diese am Ende auch finanziell attraktiv darstellen zu können. Trotz der Entscheidung des Aufsichtsrates für Martin Kliewer will Joachim Wussow weiter das Gespräch mit dem neuen Betreiber suchen, um in Wenningstedt zum Beispiel die KinderUni und den Wissenschaftssommer wieder ins Leben zu rufen – aber es seien ebenso andere Orte wie der Alte Kursaal in Westerland oder der Friesensaal in Keitum denkbar.

Ebenfalls einen neuen Partner suchen muss Joachim Wussow für das Restaurant im Rundbau der Sylt-Quelle, denn Antonio Kabbani hat gekündigt. Jetzt gebe es zwei Optionen: „Entweder ein neuer Pächter kommt oder wir holen in der Saison einen Gastkoch hierher, der dann mit einem Themenschwerpunkt aufkochen würde in einer Art PopUp-Restaurant.“

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erstellt am 01.Sep.2014 | 18:37 Uhr

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