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Kultur auf Sylt : Meerkabarett plant Sondertarife für Insulaner

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Als Gegenleistung für Gemeindezuschuss fordert Politik spezielle Angebote für Einheimische

von
erstellt am 18.Mär.2016 | 05:30 Uhr

Das Meerkabarett in der Rantumer Sylt-Quelle soll für zunächst drei weitere Jahre von der Gemeinde Sylt finanziell unterstützt werden. Das haben die Mitglieder des Kulturausschusses am Mittwochabend nach längerer Debatte vorgeschlagen. Allerdings sind die Zuschüsse in Höhe von insgesamt 75  000 Euro für den Zeitraum 2016 bis 2018 seitens der Politik mit bestimmten Bedingungen und auch Erwartungen verknüpft, die Meerkabarett-Chef Joachim Wussow zeitnah erfüllen und über die er dann Rechenschaft ablegen muss.

Wie genau diese „Gegenleistungen“ des Meerkabaretts für das Geld aus dem Gemeindehaushalt aussehen könnten, blieb auf der Ausschuss-Sitzung allerdings weitgehend unklar – trotz eines vorangegangenen Treffens aller Fraktionsvorsitzenden mit Wussow sowie Vertretern der Verwaltung. Spontan geäußerte Vorschläge reichten von Sonderveranstaltungen für Sylter Kinder und Jugendliche bis hin zu einem „Insulaner-Tarif“ für Konzerte oder Comedy-Shows in der Rantumer Event-Halle.

Rabatte für Sylter beim Ticketkauf hält der Meerkabarett-Chef zwar prinzipiell für umsetzbar: „Dann müssten wir wie am Strandzugang eben die Ausweise kontrollieren.“ Allerdings befürchtet er rechtliche Probleme durch eine Ungleichbehandlung gegenüber Urlaubsgästen. Auf Nachfrage der Sylter Rundschau erklärte Wussow, ein besseres Modell wäre die Einführung einer „Sylt-KulturCard“. Insulaner könnten kostenlos Mitglied in einer Art Klub werden und würden dann per E-Mail spezielle Angebote zu vergünstigten Preisen erhalten. „Aber mit solchen Plänen stehen wir noch ganz am Anfang. Das muss ich erst sacken lassen“, sagt der Meerkabarett-Chef. Deutlich schneller zu realisieren sei das Konzept eines„Sylter Schultarifs“. Dafür nennt Wussow sogar schon einen möglichen Termin: Freitag, 2. September, wenn Kabarettist Willy Astor mit seinem Programm „Kindischer Ozean“ im Meerkabarett zu Gast ist.

Zum Ende der Diskussion einigten sich die Ausschussmitglieder auf einen Kompromiss: Für 2016 erhält das Meerkabarett einen Zuschuss von 30  000 Euro, 2017 dann 25  000 Euro. Über weitere 20  000 Euro für 2018 soll jedoch erst entschieden werden, nachdem Geschäftsführer Wussow eine finanzielle Bilanz der beiden zurückliegenden Jahre sowie einen Bericht über den Erfolg neuer Aktivitäten vorgelegt hat. Der Ausschussvorsitzende Peter Schnittgard äußerte sich zufrieden: „Wir sind sehr bemüht, die Unterstützung fortzusetzen. Denn das Meerkabarett ist kein Unternehmen normaler Natur, sondern wichtig für die Kultur der Insel.“

Nach wie vor offen ist, auf welchem Weg die finanziellen Mittel aus dem Haushalt an das Meerkabarett fließen sollen. Die Konstruktion einer Zahlung über den Insel Sylt Tourismus Service, wie in den Jahren 2013 bis 2015, ist aus steuerrechtlichen Gründen nicht mehr möglich. ISTS-Chef Peter Douven hatte dies wegen des Risikos einer verdeckten Gewinnausschüttung kategorisch abgelehnt. Deshalb muss sich vor einer endgültigen Zusage in der Gemeindevertretung zunächst der Finanzausschuss mit dem Thema befassen. Beide Gremien tagen aber erst Mitte Mai – nur knapp zwei Monate vor der Auftaktveranstaltung der Meerkabarett-Saison 2016.

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