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Gelungen : Meerkabarett mit überzeugendem Auftakt

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Premieren sind für sich genommen schon etwas Besonderes. Die des Sylter Meerkabaretts am Dienstagabend stand diesmal noch ein bisschen mehr im Fokus der Betrachtung als sonst. Schließlich war sie erst kurz zuvor gerettet worden.

shz.de von
erstellt am 03.Jul.2008 | 06:41 Uhr

Rantum | Als Joachim Wussow auf die Bühne des Meerkabaretts trat, um sein Premierenpublikum zu begrüßen, konnte ein jeder im Saal die Strapazen der vergangenen Tage aus seiner Stimme heraushören. Erst am Abend zuvor hatte der Chef des Meerkabaretts vom Kreis die endgültige Genehmigung für den Spielbetrieb in der Produktionshalle der Sylt-Quelle bekommen. "Hätten wir 2003, als wir das Meerkabarett übernommen haben, gewusst, was alles auf uns zukommt - wir hätten wohl ein bisschen länger überlegt", sagte er, noch ein wenig mitgenommen.
Die Premiere begann eine halbe Stunde später

In Anbetracht der Ereignisse im Vorfeld war es umso erstaunlicher, in welch gutem Zustand sich das Meerkabarett zu Beginn seines 15. Jahres präsentierte. Wunderschön gestaltet das Ambiente vor der Produktionshalle: Ein Pool war dort aufgebaut und um diesen herum liebevoll kleine Sitzmöglichkeiten drapiert. Zunächst hatte es fast den Anschein, als wollten sich die Leute gar nicht von dieser gemütlichen Atmosphäre trennen. Wohl deswegen, aber auch, weil es ein paar Probleme bei der Platzzuweisung gab, begann die Veranstaltung erst eine halbe Stunde später.

Als dann Piet Klocke, der durch den Abend führen sollte ("im letzten Jahr war ich hier noch der Starmoderator") die einen Worte suchte und die anderen fand, um seine Satzanfänge in urkomischen Satzenden ausklingen zu lassen, da bewegten sich nicht nur die Lachmuskeln aufgeregt hin und her, sondern stellte sich auch das Gefühl ein, man schaue hier einem großen Unterhaltungs-Akrobat bei seinem Meisterstück zu.
Eckart von Hirschhausen schwang das Zepter der Unterhaltung

Weniger meisterlich war der Auftritt von Mark Britton, der mit althergebrachten Vergleichen zwischen Deutschen und Engländern das Publikum allzu platt zu überzeugen versuchte. Beachtlich hingegen die Aufführung von Anna-Maria Scholz mit ihrer Band "Außensaiter": Gekonnt spielte die Dresdnerin in ihren Songs mit dem sächsischen Dialekt ("Platt ist auch nicht das Wahre - ihr Fischköppe") und beeindruckte mit ihrer ausdrucksstarken Stimme.

Nach der Pause übernahm Bestseller-Autor Eckart von Hirschhausen das Zepter der Unterhaltung und traf mit seinen Pointen zielsicher den Humor der Massen. Dass er "zum Höhepunkt seiner Karriere einmal in einer Abfüllstation auftreten würde", das hätte er sich "nie träumen lassen". Wohl aber, mit seinem Humor zu heilen. "Davon bin ich der festen Überzeugung. Setzen sie sich doch einmal, wenn sie im Stau stehen, eine rote Nase auf", sagte er mit einer solchen auf seinem eigentlichen Geruchsorgan. "Allein die Vorstellung, was die anderen Autofahrer in diesem Moment denken, wird sie schon zum Lachen bringen."
Tim Fischer rundete das Programm elegant ab

Ohne rote Nase, und die Humorzentren eher auf eine tragikkomische Art ansprechend, durfte Tim Fischer abschließend noch eine Vorab-Kostprobe seines Auftritts am heutigen Abend geben (siehe Text unten). Mit brillanter Mimik und extravaganten Tanzeinlagen rundete er den Auftakt des Meerkabaretts elegant ab. Nun wird auch Joachim Wussow ein wenig entspannter dreinblicken können. Auftakt gelungen

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