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Sylter Tanzabend : Meerjungfrau trifft auf Klabautermann

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Premiere des neuen Tanzprojektes der Gezeiten Tanz Company Sylt – ein Leuchtturmprojekt für Nordfriesland.

„In jedem Kind steckt ein Künstler“, sagte einst der englische Choreograf und Tanzpädagoge Royston Maldoom. Getreu diesem Motto arbeitet auch die Kölner Choreografin Suheyla Ferwer, die in diesem Jahr zum vierten Mal nach Sylt kam, um zusammen mit 55 Kindern und Jugendlichen in einem zweiwöchigen Tanzprojekt Poesie auf die Bühne zu bringen.

Zur Premiere des neuen Stücks „Neighbourhood, Narboskab, Nachbarschaft – ein deutsch-dänisches Tanzprojekt“ füllte sich der Alte Kursaal am Sonnabend bis auf den letzten Stuhl, denn wer die Gezeiten Tanz Company Sylt kennt, der weiß, was er geboten bekommt: einfühlsame Charakterstudien, pädagogische Feinfühligkeit, beachtliche tänzerische Leistungen und Bilder voll poetischer Schönheit. Doch im Gegensatz zum den Vorgängern „We are the world“ oder „Focus on energy“, die bunt, fröhlich, laut, mitreißend und modern waren, präsentierte sich diese Aufführung sehr zart, leise und vor allem klassisch.

Die Handlung ist schnell erzählt: Die Bildhauerin (Carina Zahn) arbeitet nachts im Museum an ihren neuen Skulpturen, biegt den Ton mal hierhin und mal dahin und ist mit ihren Entwürfen nie zufrieden. Ihr Material sind dabei die Kinder, die sich unter den Händen der Künstlerin in Statuen verwandeln, sich biegen und formen lassen. Unter Tüchern verborgen schlummern zwei fertige Skulpturen, die von den Studenten der Hoejer Design Efterskole unter der Leitung von Rick Towle ange-fertigt wurden. Die dänische Meerjungfrau (Lena Heiliger) und der Sylter Klabautermann (Felix Martinez) – erwachen plötzlich zum Leben und tanzen mit ihrem Gefolge durch das Museum. Zum Schluss finden alle zueinander und symbolisieren die Freundschaft zwischen Dänemark und Sylt.

Untermalt von klassischer Musik (Beethoven, Mozart, Lumbye und Nielsen) schafften die Choreografin und ihr Team (Lars Malischke und Verena Schumacher) ein bildschönes Tanztheater, das mit seinen 55 Minuten gerne länger hätte dauern können. Auch den Solisten Philippe Kratz von der Compagnia Aterballetto (Italien) hätte man gerne noch länger zugeschaut. Eine Wiederholung gibt es am 28. September, wenn die Inselkids mit ihrem Leuchtturmprojekt im Rahmen der „Messe Kultur 21“ in Husum auftreten.


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erstellt am 01.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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