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Sylter Rundschau

21. Oktober 2017 | 15:09 Uhr

Marks höflicher Abgang

vom

Musik aus der Dose und Cover-Songs: Doch die Medlock-Fans genossen das "Abschiedskonzert"

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Westerland | Um es gleich vorwegzunehmen: Auf dem "Abschiedskonzert" von Mark Medlock am Dienstagabend im Alten Kursaal ist nichts Aufregendes passiert. Keine Beschimpfungen, keine Ausfälle, nicht einmal die leiseste Unhöflichkeit. Etwas enttäuschend war das schon, nach dem was es alles zu lesen gab - aber auch erleichternd.

Eine echte Enttäuschung hingegen war das Fehlen jeglicher Musiker auf der Bühne. Als Konzertbesucher ewarte ich eigentlich ein Konzert und keine Karaoke-Show. Die Musik kam aus der Dose. Gesungen wurde live, immerhin. Geradezu handgemacht wirkte dagegen die Lightshow, die sich auf dem hinteren Bühnenvorhang abspielte und und mit zarten Licht-Strichen Herzen, Regen oder eine tanzende Figur darstellte.

Den Mark-Medlock-Fans aber fehlte es an gar nichts. Die Stimmung war bestens, die Begeisterung riesig und der Jubel groß. Überhaupt war das überwiegend aus Menschen mittleren Alters bestehende Publikum ganz rührend und sehr wohlwollend ihrem Star gegenüber: Die rund 190 Gäste bejubelten jeden einzelnen Song, jedes Powackeln, jeden besonders lang angehaltenen Ton, den Mark sang. Er genoss das sichtlich und zeigte, ebenfalls rührend, seine Dankbarkeit dafür mit Handküssen, mit seinem Lächeln und tiefen Verbeugungen.

Das Programm war übersichtlich. Vor der Pause wurden überwiegend Cover aus dem Soul-Bereich dargeboten, wie My Girl, You are so Beautiful, Stand by me - die üblichen Verdächtigen. Nach der Pause gab es zwei Housemusik-Titel zu hören, mit neuer Kostümierung (zerlöcherte Strumpfhose, Maske und Federschmuck).

Jetzt riss es das Publikum buchstäblich von den Sitzen. Es saß niemand mehr. Und danach war auch schon Schluss. Es gab eine Zugabe als reine Tanzeinlage, Mark ohne Mikro, sich nur zur Musik bewegend, mit seinen beiden Co-Tänzern, die er liebevoll seine "boys" nannte. Doch dann sang er noch ein zweites Mal sein Lied "Ich bin der Regen" ("und manchmal auch der Blitz"!).

So endete das Abschiedskonzert des einstigen Lieblings von Dieter Bohlen. Doch, wie ein Fan aus den hinteren Reihen ihm ermunternd zurief: "Du bist ja viel zu jung um aufzuhören!" Vielleicht ist er aber auch jung genug, um etwas Neues anzufangen - wir werden sehen.

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