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17-jähriger Sylter mit Wild-Card zum Surf-Cup : Marius Herrmann: „Ein echter Traum geht in Erfüllung“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der erst 17-jährige Schüler Marius Herrmann hat eine Wild-Card für den Windsurf-World-Cup. Sein erstes Ziel: die Vorrunde überstehen.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2015 | 04:59 Uhr

„Mein allergrößter Traum ist es, einmal bei den Weltmeisterschaften auf Sylt mitzufahren“, sagte Marius Herrmann in seinem letzen Interview mit der Sylter Rundschau im vergangenen Juli, kurz bevor er als jüngster Teilnehmer beim deutschen Surf-Cup antrat, der nationalen Meisterschaft im Windsurfen (wir berichteten). Jetzt ist dieser Wunsch – mit dem er absolut nicht gerechnet hätte – in Erfüllung gegangen: Der erst 17-jährige Sylter hat von dem Veranstalter eine Wild-Card bekommen und darf an dem am Freitag beginnenden Windsurf-World-Cup teilnehmen, dem internationalen Top-Event, bei dem Wassersportler aus der ganzen Welt gegeneinander antreten. „Eigentlich weiß ich gar nicht so genau, wem ich diese Wild-Card zu verdanken habe“, sagt er glücklich. „Ich habe zwar an die Veranstalter geschrieben und Hans Heinicke von der Surfschule in Westerland hat wohl auch einige Beziehungen spielen lassen, aber richtig damit gerechnet habe ich nicht.“

 


„Ich werde sicherlich versuchen, einige Kontakte zu knüpfen“


 

Dass es nun doch geklappt hat, kann er noch gar nicht richtig fassen: „Das ist das größte Windsurf-Event auf der ganzen Welt“, sagt er strahlend, „schon seitdem ich klein bin, bin ich dort jedes Jahr gewesen, habe den Stars zugeguckt, mir von den Fahrern Autogramme geholt und mir gewünscht, irgendwann einmal dort antreten zu dürfen.“

An welchem Tag er das erste Mal auf seinem Brett bei der Weltmeisterschaft stehen darf, kann er noch nicht sagen – denn die Wetter- und Windverhältnisse bestimmen bei den Windsurfern die Planung. Und Herrmann braucht als Wave-Rider sehr viel Wind. Er startet in der gleichen Disziplin, in der auch Philipp Köster, der aktuelle Spitzenreiter ist. Wave-Riding gilt als eine der extremsten Disziplinen beim Windsurfen überhaupt. Der Tanz mit den Wellen ist vergleichbar mit dem ursprünglichen Wellenreiten ohne Segel, gewinnt jedoch durch die zusätzliche Power des Windes noch mehr an Action und die Wellenritte werden kombiniert mit spektakulären Sprüngen. Erst ab Windstärke fünf können die Teilnehmer starten.

Eine realistische Chance, sich gegen die Top-Fahrer im Feld durchzusetzen, sieht Herrmann zwar nicht, allerdings hat er als gebürtiger Sylter auch Vorteile: „Ich habe bisher immer nur auf der Insel trainiert und kenne die Verhältnisse hier sehr gut“, erklärt er, „die meisten Fahrer leben in Orten, wo die Wind- und Wellen-Bedingungen das ganze Jahr über optimal sind und können mit auflandigem Wind nicht besonders gut umgehen“. Herrmann aber kennt die Wind- und Wellen auf der Insel besser als kaum ein anderer Fahrer im Lager.

Trotz dieser Vorteile bleibt Herrmann bescheiden. Sein Ziel ist es, sich aus der Vorrunde, den sogenannten Trials, in die „richtigen“ Runden vorzukämpfen. Aber auch wenn das nicht klappt, wird er die kommenden Tage genießen: „Ich werde sicherlich versuchen, einige Kontakte zu knüpfen und mir den ein oder anderen Tipp von den Profis zu holen“, so Herrmann.

Dass er auf dem besten Weg zum Profi ist, zeigt auch sein Engagement wenn es um Sponsoren geht: Da Windsurfen ein extrem teurer Sport ist und Herrmann Schüler, hat er sich um die Finanzierung selbst gekümmert und auf der Insel neben Getränke Möller und der Surfschule Westerland auch die Sansibar, Traum Foto und Surfers Dreamland für sich gewinnen können. „Ich weiss, dass das keine Selbstverständlichkeit für einen 17-Jährigen ist“, sagt er stolz und grinst, aber die meisten waren eigentlich sofort begeistert als ich mich vorgestellt habe“.


Am morgigen Freitag ist Marius Herrmann zwischen 10 und 14 Uhr bei R.SH auf Sylt (Frequenz 102,8) zu Gast und erzählt weitere spannende Geschichten rund um seine Teilnahme am Windsurf-World-Cup.

 

 

 

 

 

 

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