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Klimaschutz auf Sylt : Manager geht früher als geplant

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach dem Weggang von Günter Thomas wird die Stelle nicht neu besetzt. Künftig soll wieder mehr auf Projekte und externe Büros gesetzt werden

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erstellt am 23.Jun.2016 | 05:30 Uhr

Früher als geplant beendet Günter Thomas seine Tätigkeit als bisher erster Sylter Klimaschutzmanager. Bereits Anfang Juli übernimmt der 54-Jährige eine neue Tätigkeit in seiner nordrhein-westfälischen Heimat. Eigentlich sollte seine Dienstzeit auf der Insel noch bis Ende September dieses Jahres laufen. Thomas selbst hatte sogar auf eine Verlängerung gehofft, wollte sich jedoch gegenüber der Sylter Rundschau nicht näher zu Details seines vorzeitigen Ausstiegs äußern.

„Die Stelle war ja von vornherein auf drei Jahre befristet“, erläutert Ruth Weirup, die Geschäftsführerin des zuständigen Landschaftszweckverbandes (LZV). „Aber auf Wunsch von Herrn Thomas, weil er eine Anschluss-Anstellung bekommen hat, ist sein Vertrag zum 1.  7. aufgelöst worden.“ Die Position eines Klimaschutzmanagers soll zukünftig nicht neu besetzt werden, ergänzt der LZV-Vorsitzende Manfred Uekermann. Man habe sich in der Verbandsversammlung entschlossen, jetzt mehr auf Projekte und auf externe Büros zu setzen. „Wir haben in der Umsetzung des Gesamtkonzepts zum Klimaschutz, das wir 2011 erstellt haben und zu dem die Position eines Managers gehörte, doch festgestellt, dass einzelne vordringliche Teilgebiete anders umgesetzt und abgearbeitet werden müssen, um die Zielsetzung noch besser vorantreiben zu können.“

Zu den wichtigen Aufgabenfeldern gehören laut Manfred Uekermann die weitere Förderung der Elektromobilität auf der Insel sowie die Durchführung der jährlichen Klimawoche in List und des Klima-Kongresses, der 2015 erstmalig stattfand. „Bei beiden Veranstaltungen der Klimawoche gab es hervorragende Synergien mit Matthias Strasser vom Erlebniszentrum Naturgewalten und seinen Mitarbeitern“, so der LZV-Vorsitzende. „Das wird fortgesetzt, aber auch um Institutionen aus der Gemeinde Sylt erweitert.“ Die Klimawoche 2016 soll wie geplant im September stattfinden.

Hintergrund des Klima-Kongresses sei vor allem der Wunsch gewesen, sich mit anderen zu vernetzen, erläutert Ruth Weirup. „Wir sind da ja international aufgestellt. Die Themen, die uns auf Sylt bewegen, haben wir auch auf anderen Inseln. Deswegen wollen und werden wir uns weiter austauschen.“ Das nächste Mal könnte beispielsweise eine Art Schüler-Kongress stattfinden, aber das sei alles ein „wandelnder Prozess“, so die LZV-Geschäftsführerin. Für dieses Jahr allerdings wäre keine Veranstaltung geplant.

Nicht mehr durchgeführt werden künftig die Energieberatungen, die Günter Thomas erst auf die Insel geholt hatte. „Wir hatten das ja bewusst abgekoppelt vom Klimamanager und von der Gemeinde, sondern über die Verbraucherzentrale laufen lassen“, sagt Ruth Weirup. „Die Beratungen fallen weg, weil sie einfach nicht angenommen wurden.“ Das jedoch sei keineswegs eine insulare Erscheinung: Bundesweit hätten die Verbraucherzentralen leider sehr große Probleme mit dem Thema Energieberatung.

Wie wichtige Klimaschutz-Projekte – zum Beispiel „Energie-Effizienz im Gewerbe“ oder „Energetische Gebäudesanierung“ – künftig auf andere Beine gestellt werden könnten, dafür laufe gerade die Umsetzungsphase, sagt Manfred Uekermann. Es müssten aber auch grundsätzlich neue Strategien entwickelt werden; darüber wird die Verbandsversammlung Anfang Juli beraten. „Da werden wir alles Zurückliegende auch evaluieren: Das, was bisher erfolgreich geleistet worden ist – und das, was man verbessern kann.“ Weil es keine Planstelle mehr gäbe für einen Klimaschutzmanager, müsse der Weg in Zukunft über verstärkte Projektarbeit beschritten werden, so der LZV-Vorsitzende Uekermann. Dafür notwendige Personen müssten jedoch nicht zwangsläufig Angestellte der Verwaltung sein; sie könnten auch aus „begleitenden Unternehmen“ kommen. So habe man schließlich auch mal angefangen bei der Entwicklung des Klimaschutz-Konzeptes. Konkretere Pläne sollen bereits auf der nächsten Sitzung im Umweltausschuss der Gemeinde Sylt am 4. Juli vorgestellt werden.

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