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Friedhofsverwalter Anderas Olesen : „Man muss auch loslassen können“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Andreas Olesen geht Ende des Monats nach 35 Jahren in den Ruhestand.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 05:41 Uhr

Eigentlich ist Andreas Olesen, Friedhofsverwalter der evangelischen Kirchengemeinde in Westerland, seit dem 1. Oktober 2016 im Ruhestand. Eigentlich. Denn auch die vergangenen fünf Monate ging er weiter seiner Arbeit nach. „Ich habe sozusagen meine eigene Vertretung gemacht“, sagt er lachend. Bis zum Ende des Monats arbeite er nun noch seinen Nachfolger ein, dann sei „Schicht im Schacht“. Trotzdem will er den Friedhof weiter besuchen wollen. „Ich habe das 35 Jahre lang gemacht, keiner kennt den Friedhof zur Zeit besser als ich“, sagt er, „aber auch das wird sich natürlich irgendwann ändern“. Er wolle aber „nur zum Gucken kommen, nicht um zu kontrollieren“, schmunzelt er in Richtung seines Nachfolgers, Johannes Sprenger. „Jeder muss ja die Chance bekommen das so zu machen, wie er das machen möchte. Und man muss auch loslassen können.“Den Westerländer Friedhof kenne er wie seine Westentasche. „Mein großer Vorteil ist natürlich, dass ich viele Menschen, die hier beerdigt sind, auch persönlich gekannt habe.“ Anekdoten habe er in den 35 Jahren viele gesammelt. „Das wäre ein interessantes Buch, aber das werde ich stillschweigend in mir tragen“.

Seine Arbeit beinhaltete nicht nur die klassischen Aufgaben eines Friedhofsverwalters. Auch Zuhören gehörte dazu: „Männer haben oft größere Probleme, mit dem Verlust klarzukommen, als Frauen“, sagt er, „ich habe mich dann dazugesetzt und einfach zugehört.“ Gute Ratschläge habe er aber keine gegeben, „die bekommen die Trauernden schon genug. Aber Zuhören, das ist ganz wichtig.“

Der Westerländer Friedhof war 35 Jahre der Arbeitsplatz des Friedhofsverwalters.
Der Westerländer Friedhof war 35 Jahre der Arbeitsplatz des Friedhofsverwalters.
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