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Sylter Rundschau

21. August 2017 | 22:24 Uhr

Malerische Unentdeckung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die neue Ausstellung der Sylter Kunstfreunde bietet Überraschungen

Nanu: „Sylt unentdeckt“? Gibt es denn auf diesem Eiland überhaupt noch etwas Unentdecktes? Der Titel der aktuellen Werkschau der Sylter Kunstfreunde in Westerlands Stadtgalerie Alte Post kommt recht eigenwillig daher. Andererseits ist er mit seiner Thematik für die Didaktik einer Ausstellung natürlich äußerst motivierend, weil er neugierig macht. Denn die Besucher, auch die mit der Insel vermeintlich vertrauten, sollen zu einer Entdeckungsreise eingeladen werden, um mit den Augen des Künstlers Sylt neu und anders zu sehen. Zu diesen Erkundungen muss man sich mit allen Sinnen einlassen. Auf, wagen Sie es!

Einen Garten gibt es bei Bettina Bick („A secret garden“) irgendwo in der Westerheide zu entdecken, der in seiner Abgeschiedenheit vom oftmals weit verbreiteten insularen Getöse geradezu paradiesisch anmutet. Darf man sich zu dem einsamen Zeitungsleser hinzu gesellen? Mal ehrlich: Wer möchte nicht gerne (auch als junger Mensch) mit ihm tauschen? Die Acrylmalerei lässt an Gottfried Benns Heimweh nach dem (verlorenen) elterlichen Garten („Es ist ein Garten, den ich manchmal sehe...“) ebenso denken wie an Theodor Storms Idylle „Abseits“, die die nordfriesische Garteneinsamkeit besingt.

Elfi Hirschbergers „Winterzauber auf Sylt“ besticht durch eine Farbgebung, die die winterliche Stimmung gekonnt einfängt, während Traute Kessler mit wenigen Strichen eindringliche Impressionen mittels im Dunkeln liegender Häuser hervor ruft. Bei Chris Goertz dagegen geht es stürmisch („Novembersturm“) zu und lässt unfreiwillig an die zurück liegenden Sturmtage hier im Norden denken. In die Weite der Sylter Dünenlandschaft dagegen führen Hilke Bergemanns mit hoher Fertigkeit erstelltes Bild „Schafe in den Dünen“ sowie Uschi Schmiedebergs „Sylter Langläufer am Ellenbogen“.

Ganz anders die Motive von Uwe Behrens, Martin Schlums und Günther Schmiedl. In ihren Werken spielt der Mensch eine Rolle, die es zu entdecken gilt. Der einsame Fischer bei Uwe Behrens („Der letzte Sylter Fischer“) nimmt den Betrachter mit auf eine beschwerliche Ausfahrt bei rauer See. Behrens weiß, wovon er malt, ist er doch selbst oft genug zum Fischfang ausgefahren. Faszinierend: das gewaltige Netz und das vom Mondlicht und (wohl) einer Sturmlaterne geheimnisvoll schimmernde Meer. Günther Schmiedl präsentiert ein eigenwillig strukturiertes Aquarell („Innensicht“), während Martin Schlums höchstpersönlich aus Fensterluken („Einblick – Ausblick – Klappholttal“) den Betrachter ins Visier nimmt.

Ach, so vieles wäre in der 40 Werke umfassenden Ausstellung noch zu nennen. Jetzt heißt es, sich selbst auf Entdeckungsreise zu begeben.


„Sylt unentdeckt“, Gemeinschaftsausstellung der Sylter Kunstfreunde, Stadtgalerie „Alte Post“, Westerland, Montag – Freitag: 14 – 18 Uhr, Samstag 10 – 14 Uhr, bis 31. Januar


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erstellt am 04.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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