Sylt-Ost : Machtwechsel im Zeichen der Fusion

Erschöpft aber glücklich: Die Wahlgewinner der Sylter Wählergemeinschaft (SWG) Sylt-Ost mit ihrer Westerländer Verbündeten Ursula Lunk-Lorek (li.) bei der Wahlparty im Muasem Hüs.  Foto: Christiansen
Erschöpft aber glücklich: Die Wahlgewinner der Sylter Wählergemeinschaft (SWG) Sylt-Ost mit ihrer Westerländer Verbündeten Ursula Lunk-Lorek (li.) bei der Wahlparty im Muasem Hüs. Foto: Christiansen

Damit hatte im Sylter Osten wohl niemand gerechnet. Mit 40,73 Prozent ist die Sylter Wählergemeinschaft zur stärksten Fraktion geworden. Die CDU verlor fast 14 Prozent.

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26. Mai 2008, 09:45 Uhr

Sylt-Ost | Das Erstaunen über die Höhe des eigenen Erfolges (plus 18 Prozent) war gestern Abend größer als die Freude über den erreichten Machtwechsel. Hinzu kam bei den meisten der künftig acht SWG-Gemeindevertreter wohl auch die Erkenntnis, ab sofort in der politischen Verantwortung für die Geschicke der Gemeinde zu stehen. Wenn auch zunächst nur für rund ein Jahr.

Denn der Wahlsieg der SWG ging einher mit dem - wenn auch knappen - Votum der Sylt-Oster für die zum 1. Januar 2009 in Kraft tretende Fusion mit Westerland. Das klare Bekenntnis der Wählergemeinschaft für diesen "ersten Schritt zur insularen Einheit" dürfte jedoch nur einer der Gründe für den Erfolg sein. "Unsere fehlende Aussage für oder gegen die Fusion und die Keitum Therme haben die Wahl entschieden", war sich der bisherige Bürgervorsteher Manfred Uekermann (CDU) sicher. Er verlor sein Direktmandat in Tinnum Mitte überraschend an SWG-Vertreter Sönke Hansen. Insgesamt holte die Wählergemeinschaft acht der zehn Direktmandate, der CDU blieben gerade einmal zwei. Lediglich im Wahlkreis Tinnum Ost/Munkmarsch lag die CDU mit 34,5 Prozent ein halbes Prozent vor der SWG. Die anderen vier Bezirke gingen klar an an die Wählergemeinschaft, die in Keitum mit 52,82 Prozent ihr bestes Ergebnis erzielte.
"Jetzt gilt es, Steine wegzuräumen und schnellstmöglich zusammenzuarbeiten"

Bei einer angesichts des Bürgerentscheides eher mäßigen Wahlbeteiligung von knapp 54 Prozent kam die SPD als drittstärkste Partei auf 15,5 Prozent (minus 4,2), der SSW landete bei 12,2 Prozent (minus 0,1).

Während der von der SWG für das Thermen-Desaster verantwortlich gemachte amtierende Bürgermeister Christoph Schmatloch bereits über ein "Bürgerbegehren gegen den Bürgerentscheid" spekulierte, kündigte die SWG an, alle weiteren Schritte in Sachen Therme in Abstimmung mit der Stadt Westerland zu unternehmen. "Jetzt gilt es, Steine wegzuräumen und schnellstmöglich zusammenzuarbeiten", kündigte Sönke Hansen an.

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