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Verkehr : Macht der Gewohnheit auf Sylter Straßen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Fußgängerzone am oberen Ende der Friedrichstraße darf nicht mehr von Autos gekreuzt werden. Und das ist nicht alles, was sich verändern soll.

Nach und nach kehrt Normalität ein auf den Straßen der Insel. Vor allem in der Westerländer Innenstadt sind bis auf kleinere Nacharbeiten die fast 15 Monate andauernden Baumaßnahmen beendet. Das bedeutet, größtenteils ist endlich wieder freie Fahrt; das bedeutet für viele Verkehrsteilnehmer aber ebenso, sich von „antrainierten Fahrgewohnheiten“ der vergangenen Monate verabschieden zu müssen. Dazu gehört auch, dass die im vergangenen Jahr zur Entlastung des Verkehrsflusses von Nord nach Süd freigegebene Durchfahrt von der Andreas-Dirks-Straße (direkt vor der Haustür der Sylter Rundschau) zur Marienstraße über die Fußgängerzone im oberen Bereich der Friedrichstraße wieder aufgehoben wird. Bereits vergangene Woche begannen Mitarbeiter des Bauhofs, die gelben Markierungen zu entfernen, was jedoch nur unzureichend gelang – so festgefahren und breitgetreten sind augenscheinlich diese Plastikstreifen.

Nach wie vor kreuzen deshalb Autofahrer in hoher Frequenz die Fußgängerzone, sogar in Gegenrichtung der ehemaligen „Ersatz-Einbahnstraße“ (siehe großes Foto) – und obwohl es nicht mehr erlaubt ist. Denn der Rückbau der Beschilderung sei komplett erfolgt, sagte Bürgermeister Nikolas Häckel auf Anfrage unserer Zeitung. „Damit ist die Durchfahrt rechtlich bereits unzulässig. Für die Entfernung der gelben Hilfsmarkierung wird zurzeit nach einer praktikablen Lösung gesucht. Der Poller ist allerdings noch unten, weil er defekt ist. Eine zügige Reparatur ist extern beauftragt.“ Dann dürfen wie früher nur noch die Stadtbusse der SVG sowie andere Berechtigte die Kreuzung befahren – falls sie denn eine Fernbedienung besitzen, mit der die Straßensperre in das Pflaster versenkt werden kann.



Radfahren in Fußgängerzonen noch nicht freigegeben


Die heftig diskutierte Erlaubnis, künftig zeitweise mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzonen fahren zu dürfen, ist laut Nikolas Häckel noch nicht in Kraft. „Der Kreis als zuständige Verkehrsbehörde ordnet die zeitlich beschränkte Freigabe des Radfahrverkehrs an, die Gemeinde beschafft die Verkehrszeichen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bürgermeisters. „Erst wenn die Verkehrszeichen montiert sind, gilt das geänderte Fahrverbot beziehungsweise die eingeschränkte Freigabe des Radverkehrs in der Fußgängerzone.“ Derzeit gelte noch das beschilderte Radfahrverbot. Nach der Änderung der Beschilderung sei das Radfahren in der Zeit von 21 Uhr abends bis 11 Uhr vormittags erlaubt, außerhalb dieser Zeit weiterhin verboten.

Der Sylter Bürgermeister betonte erneut, dass diese Maßnahme der Förderung des Radverkehrs diene. Viele Kunden und Arbeitnehmer würde bereits jetzt diese West-Ost-Verbindung nutzen – verbotenerweise. „Ordnungsamt und Polizei konnten das Radfahrverbot nur wenig überzeugend erklären, wenn zum Beispiel ein Lieferfahrzeug zulässigerweise durch die Fußgängerzone fuhr“, so Häckel. „Nun wird Radfahren – ausschließlich während der Anlieferungszeit und nachts – zulässig werden.“ Von einer Gefahr für Fußgänger würden Verkehrsbehörde, Gemeinde und Polizei nicht ausgehen, weil in der Anlieferungszeit ja sogar Lkw die Fußgängerzone rücksichtsvoll befahren dürfen. „Für alle zugelassenen Verkehrsarten gilt natürlich das Rücksichtnahmegebot gegenüber den Fußgängern“, sagt der Bürgermeister. „Fußgänger sind und bleiben hier die bevorrechtigten Verkehrsteilnehmer.“ Lieferfahrzeuge und Radfahrer hätten ihre Fahrweise den Fußgängern gegenüber anzupassen. Ordnungsamt und Polizei würden aber auch weiterhin unregelmäßig die Einhaltung des Fahrverbotes in der Fußgängerzone kontrollieren. Und: „2017 ist als Probejahr zu verstehen, die Erfahrungen aus dieser Probephase werden Anfang 2018 ausgewertet.“


Maybachstraße künftig teilweise als Einbahnstraße?


Geplant ist auch, den Autoverkehr aus Fahrtrichtung Süden in der Maybachstraße nur noch bis zur Einfahrt zum Parkplatz beim Kaufhaus H. B. Jensen zuzulassen und dann in die St. Nicolai-Straße zur L24 zu leiten. Diese Überlegungen seien ebenfalls eine Empfehlung aus der Verkehrsschau, so Häckel. Weil es sich dabei um eine bauliche und wesentliche Änderung handele, würde diese nach einer ersten Vorlage im Fachausschuss auch im Ortsbeirat beraten. Für die verkehrliche Anordnung sei dann wiederum die Verkehrsbehörde zuständig, für die bauliche Maßnahme die Gemeinde. Derzeit würden die Inhalte zur Beratung in den politischen Gremien aufgearbeitet.


Kreisstraße zwischen Keitum und Braderup weiter gesperrt


Noch bis Ende Juli bleibt die K118 vom Keitumer Kreisel bis zum Munkmarscher Hafen für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Seit gestern fahren dort allerdings wieder die SVG-Busse der Linien 3 und 3a. Der Asphalt sei zwar komplett eingebaut, sagte Heiko Tessenow, Bereichsleiter Straßenbau des Landesbetriebs, aber erforderliche Nacharbeiten würden noch zirka zwei Wochen dauern. „Anlieger bitten wir deshalb ausdrücklich weiter um hohe Rücksichtnahme gegenüber den dort tätigen Bauarbeitern.“

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erstellt am 20.Jul.2017 | 11:07 Uhr

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