Westerland : Löcher im Hallendach: Sylter Tennis-Club in Not

Training trotz undichter Decke: Ralf Porstert (Mitte) übte gestern mit Tennisschülern, während Jan Vollquardsen die Halle inspizierte. Foto: nje
Training trotz undichter Decke: Ralf Porstert (Mitte) übte gestern mit Tennisschülern, während Jan Vollquardsen die Halle inspizierte. Foto: nje

In Westerland rieselt der Schnee durchs Hallendach: Der Tennis-Club will seine 30 Jahre alte Halle sanieren und bittet die Gemeinde Sylt um Hilfe.

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23. März 2013, 11:29 Uhr

Westerland | Leise rieselt dieser Tage der Schnee: Die Mitglieder des Tennis-Club Westerland brauchen für diese Beobachtung noch nicht einmal vor die Haustür zu gehen - auch in ihrer Tennishalle am Seedeich schneit es. "Der feine Schnee dringt durch die alten Dämmplatten. Seitdem haben wir mehrere Pfützen auf dem Hallenteppich", sagt Bau- und Gerätewart Jan Vollquardsen und deutet auf einige dunkle Flecken von der Größe eines Badezimmerläufers. Das Dach der 30 Jahre alten Halle ist undicht, viele Dämmplatten haben faustgroße Löcher.

"Dieses Problem hat sich angebahnt", sagt Vollquardsen. "Wir müssten im Prinzip die gesamte Decken-Dämmung ersetzten." Doch solche umfangreichen Sanierungsmaßnahmen kosten viel Geld. Auf bis zu 180.000 Euro schätzt der Vereinsvorstand die nötigen Ausgaben allein für das Hallendach. Zudem kommen auf den Tennis-Club weitere dringende Investitionen zu: Neuer Teppichboden, eine neue Lichtanlage und besonders moderne Heizungen sind nötig. "Selbst wenn wir die Heizung auf Volllast laufen lassen, bekommen wir die Halle im Moment nicht wärmer als 10 Grad", berichtet der Gerätewart. Um diese und die anderen großen Sorgen los zu sein, benötigen die Tennisspieler insgesamt rund 360.000 Euro. Zusätzlich haben die Sportler pro Jahr laufende Kosten von 180.000 Euro zu bedienen. Zu viel für den Tennis-Club, der sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Jetzt bat der Verein die Gemeinde Sylt um Hilfe.

Sportausschuss hat Verständnis

In der Sitzung des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses verdeutlichten der Vorsitzende Wolfgang Albertsen und Schatzmeister Thomas Bender die angespannte Situation des Sportvereins. "Der Tennisclub hat erhebliche Verbindlichkeiten. Einen Kredit zu bekommen ist schwer", berichtete Albertsen. Daher bitte man die Gemeinde Sylt, "einen Zuschuss für die notwendigen Sanierungsarbeiten zu genehmigen, damit das Angebot, jeder Zeit auf Sylt Tennis spielen zu können, für Sylter und Gäste erhalten werden kann".

Der Tennisclub Westerland gehört zu den größten Sportvereinen der Insel: Momentan schwingen hier 409 Mitglieder den Schläger. Davon sind 135 Jugendliche. Auch wenn die große Tenniseuphorie der 90er Jahre vorbei ist - Steffi Graf und Boris Becker dominierten damals die Weltranglisten - haben die Westerländer Tennisspieler keinen Grund, über Nachwuchssorgen zu klagen: "Allein seit Beginn des Jahres haben wir zehn Jugendliche als neue Mitglieder gewonnen", sagte Vereinsschatzmeister Thomas Bender.

Diese Kombination aus touristischem Angebot und dem großem Anteil jugendlicher Sportler werteten die Ausschussmitglieder als besonderes Merkmal des Vereins. "Ich halte das für ein echtes Alleinstellungsmerkmal", sagte Oliver Ewald (CDU). Und auch Ausschussvorsitzender Peter Schnittgard (CDU) stellte fest: "Tennis gehört zu Westerland - die Anlage am Seedeich muss erhalten bleiben." Auch wenn Andreas Eck (SSW) mahnte, dass die vom Verein benötigte Summe, "den Rahmen gewaltig sprengen würde", waren sich die Politiker aller Fraktionen am Ende darüber einig, dass der Tennis-Club Förderung verdient habe: Der Ausschuss empfahl dem Finanzausschuss, dem Verein 30.000 Euro bereitzustellen.

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