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Serie: Türme der Insel - Insel der Türme : Lists rot-weiße Riesen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Lister Zwillingstürme helfen Schiffen schon seit über 150 Jahren, auf dem richtigen Kurs zu bleiben.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2014 | 13:32 Uhr

Die Insel Sylt besitzt fünf Leuchttürme. Obwohl der Lister Ellenbogen sonst kaum bebaut ist, befinden sich hier gleich zwei der leuchtenden Riesen. Das Turm-Duo auf der Sylter Halbinsel ist nicht einmal drei Kilometer Dünenlandschaft voneinander entfernt.

Die Zwillingstürme in List sind als Leuchtturm List-Ost und Leuchtturm List-West bekannt. Sie sind die ältesten aus Gusseisen hergestellten Leuchttürme Deutschlands. Der Westturm ist zudem nicht nur das älteste Leuchtfeuer der Insel Sylt, sondern gleichzeitig auch der älteste Leuchtturm an der Westküste Schleswig-Holsteins und das nördlichste Gebäude Deutschlands. Er wurde 1856 erbaut und ging gleichzeitig mit dem Ostturm, der ein Jahr später errichtet wurde, im Jahre 1858 in Betrieb. Der westliche Turm erreicht eine Höhe von elf Metern, der Ostturm ist mit 12,5 Metern etwas höher. Bis heute dienen ihre Lichter als Marken für die Einfahrt ins Lister Tief.

Das Ost - und Westfeuer wurden unter dänischer Herrschaft errichtet. Die benötigten Flächen zum Bau der Türme mussten den damaligen Besitzern des Listlands abgekauft werden. Zur damaligen Zeit gab es auch noch einen Leuchtturmwärter, der sich um beide Türme kümmerte. Im Jahr 1977 wurde dieser jedoch durch die Technik ersetzt. Seitdem werden die Türme über Funkschaltuhren und Sensoren aus der Ferne bedient.

Die rot-weißen Riesen sind bei Insulanern wie auch bei Touristen ein gleichermaßen beliebtes Fotomotiv. Die Türme unterscheiden sich optisch deutlich voneinander. Das Westfeuer ist komplett weiß, bis auf seinen Kopf, der ein rotes „Hütchen“ trägt. Der Ostturm hat zudem noch einen roten Gürtel um die Hüften gemalt bekommen. Alle Leuchttürme auf Sylt haben einen unterschiedlichen Anstrich und ihre Lichter werden in verschieden Zeitabständen ausgestrahlt, damit Schiffe sie auch bei Nacht noch voneinander unterscheiden können. Auch die Leuchtfeuer auf den umliegenden Nachbarinsel unterscheiden sich alle untereinander und von den Sylter Türmen. Obwohl die meisten Schiffe sich heutzutage hauptsächlich mit einem GPS-Gerät orientieren, sind die beiden Lister, der Kampener und der Hörnumer Leuchtturm noch immer jede Nacht aktiv. Das Licht des Leuchtturms am roten Kliff in Kampen wurde bereits 1974 gelöscht. Bis auf den Hörnumer ist keiner der anderen Leuchttürme öffentlich zugänglich.

Um den Ostturm in List mussten die Sylter allerdings viele Jahre lang bangen, da er als absturzgefährdet galt. Die Küste wurde von den Fluten so stark abgetragen, dass auch der Standort des Turms nicht mehr sicher war. Doch die Küstenerosion am Ellenbogen ist 2007 zum Stillstand gekommen und somit ist die Zukunft des Turms vorerst gesichert.Die Zwillingstürme werden also auch weiterhin ihre Aufgabe erfüllen und mit ihrer jeweiligen Sichtweite von 14 Seemeilen gemeinsam die Lichtsignale aufs Meer schicken.

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