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Stimmungsbild : Lister wollen mit der Fusion noch warten

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Die Lister haben ihr Votum abgegeben: Auf der Einwohnerversammlung sprach sich die Mehrheit der 142 Anwesenden gegen eine Fusion mit Westerland und Sylt-Ost zum 1. Januar aus. Später soll List jedoch der neuen Großkommune beitreten.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2008 | 09:02 Uhr

List | Der Fusionszug rollt und wer noch mitfahren möchte, um am 1. Januar anzukommen in der neuen Großkommune, muss schnell aufspringen. List jedenfalls wird nicht zu den Fahrgästen zählen und neben Sylt-Ost, Westerland und Rantum Platz nehmen. Im Inselnorden überwiegt die Sorge, unter die Räder zu geraten.
Unsicherheit wurde deutlich

Auf der Einwohnerversammlung am Mittwoch sprach sich die Mehrheit gegen eine Beteiligung an der Fusion zum Januar 2009 aus. "Um ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung zu erhalten, waren die Lister eingeladen, um ein Votum abzugeben, ob sie zum 1. Januar oder lieber erst später fusionieren wollen", so Bürgermeister Wolfgang Strenger. 142 Lister waren seiner Einladung gefolgt und in die ehemalige Schule gekommen. Nach der Abstimmung (Grün für die Beteiligung zum 1. Januar, Rot dagegen), stand fest, dass 48 Bürger (33,8 Prozent) dafür sind, 80 (56,4 Prozent) dagegen und 14 weitere (9,8 Prozent) sich enthielten. "Im Publikum war deutlich die Unsicherheit über eine schnelle Fusion zu spüren", so Strenger. "Prinzipiell sind die Lister jedoch nicht gegen die Fusion, nur eben nicht zu diesem Zeitpunkt."
"Konfusion statt Fusion"

Dem Votum vorausgegangen waren Fragen der Bürger: Dass im Moment "mehr Konfusion als Fusion" herrsche, meinte ein Bürger. Größte Sorge war die Erhaltung der Selbstbestimmung: Dass List im neuen großen Inselparlament nur zwei bis vier Sitze haben wird, interpretierte man als Befürchtung, von den Großen überstimmt und eingeholt zu werden.

Nachteile, so Strenger auf eine Frage, gebe es im Moment keine, wenn man nicht im Januar fusioniere. "Finanziell und wirtschaftlich ist ein Aufwärtstrend in List feststellbar", sagte er. Er hoffe jedoch, dass bis spätestens 2013 nicht nur seine Gemeinde, sondern auch die anderen mit im Fusionsboot sitzen.
Am 10.September beschließen die Gemeindevertreter

Westerlands Bürgermeisterin Petra Reiber, selbst anwesend bei der Einwohnerversammlung, fand das Abstimmungsergebnis zwar "schade". "Da es List im Moment jedoch wirtschaftlich gut geht, habe ich mir denken können, dass so entschieden wird." Erfreulich sei aber, dass die Gemeinde der Fusion generell aufgeschlossen gegenüber stehe.

In der nächsten Gemeindevertretersitzung am 10. September wird der Beschluss über die Fusion gefasst. "Vor dem Hintergrund des Votums der Bürger gehe ich davon aus, dass auch die Gemeindevertreter gegen einen sofortigen Anschluss stimmen werden", kündigte Strenger an.

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