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BOS-Sendemast : Lister Funkmast-Kritiker bleiben aktiv

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der BOS-Funkmast im Lister I-Tal wächst Meter um Meter. Die Interessengemeinschaft überprüft das Aufstellungsverfahren und will gegebenenfalls auf Rückbau klagen.

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erstellt am 19.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Der letzte BOS-Mast für den digitalen Behördenfunk in Schleswig-Holstein steht in List kurz vor der Fertigstellung: Der Metallturm wächst seit Wochen Meter um Meter. Wann der Sendemast allerdings seine endgültige Höhe von 40 Metern erreicht hat, konnte gestern bei dem Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), das für den Bau zuständig ist, selbst niemand sagen.

Die Aufstellung des Mastes im Lister I-Tal hatte über eineinhalb Jahre für Streit gesorgt. Eine Lister Interessengemeinschaft (IG) hatte sich nach Bekanntwerden des Vorhabens früh gegen den Standort in der unmittelbaren Nähe von Wohnbebauung ausgesprochen. Das Argument der I-Tal-Gegner: Die Strahlung des digitalen Behördenfunks sei möglicherweise gesundheitsgefährdend, noch nicht ausreichend erforscht und habe deshalb in der Nähe von Wohnhäusern nichts zu suchen.

Die rund 160 Mitglieder der IG hatten daher mit viel Aufwand für einen Standort außerhalb der Ortslage geworben. Im Gespräch waren damals das alte Klärwerk am Lister Koog oder das Brunnenfeld am westlichen Ortsrand von List. Auch die Sylter Naturschützer und die Söl’ring Foriining bezogen eindeutig Position in der Funkmast-Diskussion: Ein Standort in geschützter Natur wurde von ihrer Seite kategorisch abgelehnt. Bevor die Gemeinde schließlich eine eigene Lösung präsentieren konnte, nutzte das Land im Sommer seine Hoheitsrechte und ordnete die Errichtung des Funkmastes auch ohne Lister Zustimmung an.

Zuletzt hatte die Interessengemeinschaft diese Entscheidung mit einer einstweiligen Verfügung am Verwaltungsgericht in Schleswig verhindern wollen. Der Antrag scheiterte und die Baumaschinen rückten an. Nach Meinung von IG-Sprecher Dr. Joseph Heussen, der den Stahlturm nun von seinem Grundstück aus sehen kann, besteht noch immer die Chance, den Mast aus dem I-Tal zu verbannen: „Wir werden natürlich die Strahlungs-Studien im Auge behalten. Wird die Gesundheitsgefährdung nachgewiesen, so werden wir sofort auf Rückbau klagen. Das ist den Beteiligten klar.“ Zudem überprüfe man momentan das gesamte Verfahren. „Wir beleuchten die Rolle jedes einzelnen Entscheidungsträgers“, berichtet der Mediziner. „Durch die Lösung im I-Tal wird Natur zerstört und der Mensch gefährdet.“

Doch auf der Insel gibt es auch Stimmen, die den Bau des Sendemastes begrüßen: „Für uns ist es wichtig, dass der Mast endlich errichtet wird“, sagt der stellvertretende Amtswehrführer Andreas Petersen. Geht der Funkturm in Betrieb, schließe er ein Funkloch im BOS-Netz über dem Hindenburgdamm und im Gebiet um die Kupferkanne. Während die Sylter Polizei bereits mit dem neuen Behördenfunk arbeitet, warten die Inselwehren noch auf neue Funkgeräte. „Auch wir haben eine Bestellung für neue Geräte beim Innenministerium eingereicht“, weiß Petersen. Nach Angaben der Landeszentralstelle BOS-Digitalfunk läuft momentan ein „erweiterter Probebetrieb“. Mit den Erfahrungen vor Ort soll das Netz schließlich Feinjustiert werden und in den regulären Betrieb übergehen.


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