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Sylter Rundschau

23. Oktober 2017 | 10:27 Uhr

List plant seine Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Ortsentwicklungskonzept gibt Anregung für eine durchdachte Verschönerung und Bebauung des Inselnordens

von
erstellt am 21.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Der „Schandfleck Fahrgemeinschaft“ (Wolfgang Strenger), die architektonisch fragwürdig bebaute Hafenstraße, die fehlenden Dauerwohnungen – die Zahl der Baustellen in List ist hoch. Um sich über all diese Felder einen Überblick zu verschaffen und die weitere Entwicklung des Inselnordens geplant und systematisch anzugehen, hat die Gemeinde Anfang diesen Jahres beschlossen, ein Ortsentwicklungskonzept für rund 30 000 Euro erstellen zu lassen. Die AC Planergruppe aus Itzehoe hat nun erste Ergebnisse präsentiert, die in der jüngsten Gemeindevertretung Thema waren. „Man hat in List gelegentlich das Gefühl, dass wir gerade für die ehemaligen Militärflächen von Investoren überrannt werden, die Pläne schmieden, ohne dass wir selbst genau wissen, wohin die Reise für List gehen soll“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Strenger die Motivation für das Konzept.

Dieses baut auf vorhandenen Planungen wie beispielsweise dem Flächennutzungsplan oder dem Wohnraumentwicklungskonzept auf, und entwickelt anhand dieser Daten und Fakten Ideen, wie es in unterschiedlichen Bereichen weiter gehen könnte. So unter anderem in der Dauerwohnraum-Entwicklung: Rund 342 Wohneinheiten können nach den Ideen der Planer in List gebaut werden, neben den im Wohnraumentwicklungskonzept enthaltenen Flächen haben sie für die ehemalige Fahrbereitschaft 30 Wohneinheiten berechnet. Außerdem könnten nach dieser Idee 50 Einheiten auf dem ehemaligen MVS-Gelände und 70 Einheiten auf dem Gelände BP 43b im Nordosten des Ortszentrums. Beide Gelände gehören der Nordsee College Sylt Besitzgesellschaft (NCS); bei Letzterem ist die NCS verpflichtet, im kommenden Jahr mit dem Wohnungsbau zu beginnen.

Ein weiterer Punkt ist Lists historischer Ortskern. Dieser sollte stärker in den Vordergrund gerückt werden, finden die Planer, und regen unter anderem einen Rundweg an, in dem historisch besonders interessante Gebäude herausgestellt werden. Eine touristische Nutzung könnten sie sich auch auf Teilen des ehemaligen MVS-Geländes vorstellen, außerdem werden in den Plänen unter anderem die Einrichtung eines Campingplatzes, einer Veranstaltungsbühne am Hafen, der Nutzung des O-Heims als hochwertige Ferienappartements und der Bau eines „jungen Hotels“ auf der ehemaligen Fahrbereitschaft überlegt. Dieses Gelände steht mit der Hafenstraße auch im Fokus. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung beschlossen die Mitglieder, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Gelände, das von der BImA an Sylter Privatinvestoren verkauft wurde. Neben dem Edeka-Markt, der vom Ortseingang auf das Gelände ziehen soll, soll sich dort weitere Läden ansiedeln, außerdem sind das oben genannte Low-Budget-Hotel („junges Hotel“), dazu gehörige Personalwohnungen und ein öffentlicher Parkplatz geplant. „Damit möchten wir diesen Schandfleck am Ortseingang zu einem attraktiven Anziehungspunkt mit dem neuen Namen Lister Markt umwandeln“, erklärte Strenger.

Auch für die Hafenstraße wurde in diesem Jahr ein Struktur- und Nutzungskonzept erstellt, das die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung billigten. Die Hafenstraße soll laut Planung als Boulevard aufgewertet werden und „zu einer neuen, charaktergebenden Ortsmitte“ werden. Unter anderem enthalten die Planungsideen einen separaten Radweg, Auf der Seeseite soll die Dünenlandschaft wiederhergestellt werden, die „sparsam“ bebaut werden könnte (siehe Grafik).

Die Pläne aus dem Ortsentwicklungskonzept sollen umfassend bei einer Einwohnerversammlung am 22. Januar vorgestellt und diskutiert werden.

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