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Bauen auf Sylt. : List musste noch einmal planen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Weil Pläne, die Feuerwache und den Bauhof auf der Zollfenne zu bauen, zu teuer ist, plant die Gemeinde nun unter anderem auf dem Klärwerk-Gelände.

Ein neuer Grundsatzbeschluss könnte das Lister Ortsbild verändern - und das völlig anders, als bisher geplant: In ihrer Sitzung am Donnerstag einigten sich die Lister Gemeindevertreter einstimmig darauf, dass die neue Strandkorbhalle und der neue Bauhof auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage gebaut werden sollen. Außerdem soll die neue Feuerwache des nördlichsten Inselortes auf dem Gelände der Marineversorgungsschule (MVS) errichtet werden.

Bisher sah die jahrelange Planung eine völlig andere Variante vor: Der Lister Bauhof und die Feuerwehr sollten auf der sogenannten Zollfenne stehen, es gab sogar schon erste Baupläne des Gebäudes (wir berichteten). Doch diese Pläne müssen nun verworfen werden – aus Kostengründen. „Mit 3,8 Millionen Euro war das ein sehr kostenintensives Unternehmen“, sagt Bürgermeister Ronald Benck, „und das gefiel der Kommunalaufsicht nicht.“ Als Folge beauftragte die Landesbehörde die Gemeinde, Geld zu sparen, verbot das Vorhaben und fror sogar kurzfristig den Haushalt ein. „Wir haben dann versucht, an allen Enden Kosten einzusparen, das gelang uns aber leider nicht“, sagt Benck, „ und so mussten schließlich die neuen Überlegungen ins Spiel kommen, die jetzt immer mehr Form annehmen.“

Der Lister Bürgermeister sieht den neuen Plänen zuversichtlich entgegen. „Wir würden damit vier Fliegen mit einer Klappen schlagen“, so Benck, nach dessen Aussage die Zusammenlegung von Strandkorbhalle und Bauhof einige Vorteile hätte: „Hier könnten wirklich Synergien geschaffen werden. Unter anderem könnten Werkzeuge und Werkstatt zusammen und der gemeinsame Fuhrpark flexibel genutzt werden.“ Außerdem müsste die Strandkorbhalle nicht mehr – wie die bisherige Planung vorsieht – hinter der Weststrandhalle gebaut werden, „wo sie eigentlich keiner haben will“.

Ein Architekt habe das Gelände bereits begutachtet und konnte für das Vorhaben Einsparungen von 1,15 Millionen Euro im Gegensatz zu den ersten Plänen feststellen. „Das hat uns natürlich sehr gefreut und wir haben sofort veranlasst, das Vorhaben dem Kreis und der Unteren Naturschutzbehörde vorzustellen“, erläutert Benck, „beide haben signalisiert, dass sie sich das vorstellen können.“ Der Bürgermeister wurde in der Sitzung beauftragt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die mit dem Ankauf des Geländes und der Zusammenlegung der Strandkorbhalle und des Bauhofes zusammenhängen, um das Vorhaben voranzutreiben.

Und was ist mit der Feuerwehr? Nach ursprünglicher Planung sollte diese auf der Zollfenne errichtet werden, zusammen mit dem Bauhof. „Für die Feuerwehr mussten wir ebenfalls einen neuen Ort finden“, sagt Benck, „der Baugrund an der Zollfenne ist in sehr schlechtem Zustand und es müssten Aufschütten gemacht werden, die alleine schon 280  000 Euro kosten würden.“ Das alte Grundstück beizubehalten wäre auch keine Option, da dieses bereits einen neuen Eigentümer hat.

Ein neuer Ort wurde schließlich gefunden: „Wir haben schließlich Gespräche mit den Eigentümern des MVS-Geländes geführt, ob es nicht möglich wäre, einen Teil des Geländes der Gemeinde zur Verfügung zu stellen“, so Benck, Nach anfänglich zögerlichen Verhandlungen kristallisierte sich heraus, dass NCS der Gemeinde eine größeres Grundstück zur Verfügung stellen würde. Und um weiteres Geld einzusparen, überlegte sich die Gemeinde einen weiteren Schachzug; „Wir haben die Hörnumer Feuerwehr gefragt, ob wir die Pläne ihrer Feuerwache eins zu eins übernehmen könnten.“ Die Hörnumer Wehr hatte ihren Neubau im Jahr 2012 für 1,6 Millionen Euro gebaut und auch nach drei Jahren seien auf Nachfrage von Benck die Feuerwehrleute im Inselsüden sehr zufrieden. Der Architekt der Hörnumer Wache, dem auch der Auftrag in List anvertraut worden sei, wäre einverstanden, diese Pläne im Inselnorden umzusetzen, sagt Benck. „Zwar wird aufgrund einer neuen Energiesparverordnung unser Gebäude etwas teurer – dennoch haben wir insgesamt eine deutliche Kostenreduzierung.“ Der Bürgermeister wurde in der Sitzung schließlich damit beauftragt, die rechtlichen Grundlagen und das Angebot insgesamt auf Machbarkeit zu prüfen. Ob beiden Maßnahmen daher am Ende verwirklicht werden, ist derzeit noch nicht ganz sicher: „Wir erfahren zwar viel Zuspruch, wissen aber nicht ob dieses Vorhaben überhaupt genehmigungsfähig ist“, weiß Benck. „Die Behörden sind unberechenbar, ich würde mich aber sehr freuen, wenn wir bald in die detailliertere Planung gehen könnten.“

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erstellt am 20.Dez.2015 | 18:44 Uhr

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