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Debatte um Offiziersheim : Letzte Runde für das O-Heim?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Bieterverfahren ist abgeschlossen, die Interessenten stehen bereit: Ein exklusives Medical Spa sowie eine Anlage von Suitenhäusern gehören zu den Vorschlägen.

Das ehemalige Offiziersheim in List gehört zu den Top-Immobilien der Insel. Aber auch zu denen, deren Zukunft ungewiss ist. Klar ist nur, dass das O-Heim und die zum Gelände gehörenden Strandhäuser dringend einen Käufer brauchen, um nicht weiter vor sich hinzurotten. Doch jetzt heißt es, die Verhandlungen des Bundes mit Bietern für das Lister Offizierheim schreiten voran und sollen in den Sommermonaten abgeschlossen werden. Zwei Interessenten sind bekannt. Zum einen ist es das Lister A-Rosa-Hotel, zum anderen ein Investorenkreis um den Geschäftsmann Clemens J. Vedder, der auf dem fünf Hektar großen Gelände ein exklusives Medical-Spa einrichten möchte.

Horst Rahe, Chef der Deutschen Seereederei (DSR), unter deren Dach die A-Rosa-Resorts betrieben werden, zählt schon länger zu den Bietern, bekundet aber klar, „dass wir keine unrealistischen Konditionen erfüllen werden“ und bezieht sich dabei auf Gerüchte, die wissen wollen, dass der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Angebote oberhalb von 20 Millionen Euro vorliegen. Sein „ausgereiftes Konzept“, das eine exklusive Anlage von Suitenhäusern vorsieht, die für Familien und längere Aufenthaltsdauer in Verbindung mit Hotelservice und gehobener Gastronomie gedacht ist, fand bisher auch die Zustimmung der Gemeinde List.

Raymund Karg, Bereichsleiter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), erklärt, dass die Frist, Angebote für das Offiziersheim einzureichen, vor drei Wochen abgelaufen sei. Anschließend habe die BImA mit fünf Bietern Gespräche geführt. „Dann haben wir sie aufgefordert, in eine zweite Bieterrunde einzusteigen - auch weil die Angebote teils recht dicht beieinander lagen“, so Karg. Aus Insider-Kreisen heißt es, ein realistisches Gebot für das Gelände liege bei zwölf bis 13 Millionen Euro. Man werde nun zunächst mit dem Bieter verhandeln, der das höchste Gebot abgegeben hat, im Anschluss gegebenenfalls auch mit den anderen Bietern.

Aus der Investorengruppe rund um Vedder heißt es, man habe das ursprüngliche Angebot nicht erhöht – dies wäre unter kaufmännischen Gesichtspunkten nicht mehr sinnvoll erschienen.

Was die anderen Bieter genau mit dem O-Heim vor haben, dazu hält sich Karg bedeckt. Er betont lediglich, dass von Seiten des Bundes stark darauf geachtet werde, dass auf dem Gelände nichts passiert, was die Gemeinde List nicht will – Ferienwohnungen müssten unter diesem Gesichtspunkt als Option weg fallen. Allerdings soll auch ein Investor für das Offiziersheim mitgeboten haben, der ein sehr hohes Gebot abgegeben hat, um letztendlich doch Wohnungen auf dem Gelände zu bauen. „Sicher ist eines“, so Karg, „wir weisen die Interessenten darauf hin, was die Gemeinde sich wünscht und bitten die möglichen Käufer, dies zu berücksichtigen.“ Allerdings könne die BImA „nicht beeinflussen, was für Hintergedanken der eine oder andere Bieter hat.“ Es kann also passieren, dass ein Bieter den Zuschlag erhält, der glaubt, dann in Verhandlungen mit der Gemeinde seine Vorstellungen der Nutzung durchzusetzen.

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erstellt am 20.Mai.2014 | 05:47 Uhr

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