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Pflegeheime auf Sylt : Letzte Chance für Johanniter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Gemeinde Sylt setzt dem Betreiber zweier Seniorenheime eine Frist bis zum Jahresende.

Die Gemeinde Sylt hält bei der Altenpflege an ihrer Zusammenarbeit mit den Johannitern fest. Mit großer Mehrheit verabschiedete der Sozialausschuss am Montag Abend einen Antrag der SPD, der Organisation bis zum Jahresende die Chance zu geben, die Mängel abzustellen und das vereinbarte Konzept umzusetzen. Wenn bis dahin keine Verbesserung der Pflegesituation eintritt, wird „gemeinsam mit den Johannitern“ nach Alternativen gesucht.

Das Konzept sieht vor, dass die Johanniter im Seniorenheim in der Steinmannstraße künftig zwei Wohngruppen und die Tagespflege unterbringen. Das Haus im Wenningstedter Weg soll weiterhin als stationäres Pflegeheim genutzt werden. KLM-Chef Marcus Kopplin legte dem Ausschuss einen Bericht vor, nach dem das kommunale Unternehmen in der Steinmannstraße für 1,5 Millionen Euro Umbauarbeiten begonnen hat. Bis Ende August sollen die Wohnpflegegruppen und die Tagespflege bezugsfertig sein, Mitte September soll auch die Haustechnik saniert sein. In den Warmwasserleitungen waren Legionellen festgestellt worden. Die Fertigstellung von zwölf zusätzlichen Seniorenwohnungen steht für Ende September auf dem KLM-Plan. Positive Aussichten, doch die letzten acht Bewohner der Steinmannstraße mussten in diesem Monat aufs Festland umziehen. Wann sie auf freiwerdende Plätze im Wenningstedter Weg zurückkehren können, entscheidet ein Gremium.

Angelica Lorenzen und Lennart Sandvoss vom Pflegestützpunkt des Kreises versorgten den Ausschuss mit statistischen Daten zum künftigen Pflegebedarf auf Sylt. Weil immer mehr Menschen über 80 Jahre alt werden, werde die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 von heute 538 auf 632 steigen, die Zahl der pflegenden Angehörigen aber leicht zurückgehen. Dabei gäbe es heute schon Lücken bei der stationären Versorgung, bei der Betreuung von Pflegebedürftigen und bei der Tagespflege, sowie zu wenig bezahlbaren barrierefreien Wohnraum. Senioren könnten nur hier bleiben, wenn die ambulante Versorgung verstärkt und eine Tagespflege aufgebaut wird – sonst steige die „Altersmigration“ aufs Festland.

Weil es bei dem Thema auch um vertrauliche Vertragsinhalte ging, war die Beratung in den nichtöffentlichen Teil verschoben worden. Ausschussvorsitzender Eberhard Eberle (SPD) berichtete, ein Betrieb der Pflegeheime in Eigenregie der Gemeinde sei vor allem an den befürchteten Kosten gescheitert. „Jetzt haben die Johanniter ein halbes Jahr die Chance, da wieder Ruhe reinzubringen.“

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erstellt am 22.Jun.2016 | 04:56 Uhr

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