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Schließung Sylter Geburtenstation : Lennert ist das erste Sylter Exil-Baby

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Geboren in Flensburg: Nach dem Ende der Sylter Geburtshilfe wurde nun das erste Inselkind auf dem Festland geboren. Hebammen warnen vor Folgen des Hubschrauber-Transports.

Die Insel hat sein erstes Exil-Baby: Kurz nach der Schließung der Sylter Geburtshilfe zum Jahreswechsel brachte jetzt die Sylterin Maike Bibow ihren Sohn Lennert in der Flensburger Diako zur Welt.

Am Montag, 30. Dezember, gegen Mittag begann die Reise für die schwangere Maike Bibow, deren Stichtag ursprünglich auf den 10. Januar angesetzt war. „Da mein Blutdruck deutlich zu hoch war, hat mein Frauenarzt meine sofortige Verlegung auf das Festland angeordnet.“ Kurz darauf wurde die Schwangere auf dem Gelände der Asklepios Nordseeklinik in einen Rettungshubschrauber geladen. „Glücklicherweise konnte ich einen Koffer mitnehmen, den ich vorsorglich schon gepackt hatte“, sagt Bibow. Der folgende Flug mit dem Hubschrauber Richtung Flensburg empfand die Sylterin dann als sehr aufregend: „Da habe ich meinen Blutdruck dann gut gespürt.“

In der Flensburger Diako angekommen, verbrachte die Schwangere dann noch drei Tage auf der Station und wurde schließlich am Donnerstag, 2. Januar, per Kaiserschnitt zum zweiten Mal Mutter. „Dass ich hier keinen Arzt und keine Hebamme kannte, fand ich schon irgendwie grausig – trotzdem waren alle von Beginn an sehr nett zu mir“, berichtet die 21-Jährige. Ihre Angehörigen sieht die junge Mutter in diesen Tagen nur selten: „Mein Freund muss arbeiten und schafft es nur Abends zu mir und meine Mutter hütet meine Tochter auf Sylt. Beide sind natürlich nicht froh darüber, dass ich auf dem Festland bin - aber was soll man tun?“ Trotz der turbulenten Tage, die hinter Maike Bibow liegen, überwiege aber natürlich die Freude über das neue Familienmitglied.

Ähnliches wie Maike Bibow, könnte auch den übrigen Sylter Schwangeren ins Haus stehen: Auch wenn sie ihre Entbindung Wochen im voraus planen – Komplikationen können die Vorbereitungen schnell über den Haufen werfen.

Mit Blick auf die erste reguläre Festlandsgeburt nach dem Scheitern des Sylter Kreißsaals, warnt Hebamme Anke Bertram vor den negativen Folgen der jetzigen Praxis: „Der Transport bedeutet nicht nur erheblichen Stress für die Mutter, sondern auch für das ungeborene Kind.“ Die Botenstoffe, die die Kinder über das Blut der Mutter in diesen Stress-Situationen bekämen, könnten böse Folgen haben: „Das macht Schreikinder“, so Bertram.

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erstellt am 04.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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