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Bücherei : Langsame Veränderungen in der Sylt Bibliothek

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Jahr nachdem Jan-Christian Sangkuhl die Leitung der Westerländer Bibliothek übernommen hat, zieht der Bibliothekar eine gemischte Bilanz

Gut ein Jahr lang kümmert sich Jan-Christian Sangkuhl nun um die Geschicke der kleinen Sylt Bibliothek. Für sein Engagement, die in vielen Hinsichten veraltete Bücherei wieder auf zeitgemäßen Stand zu bringen, hat er von Verwaltung und Politik viel Lob bekommen. Die knapp 200 000 Euro, die für eine Sanierung der Bibliothek nötig wären, die erhält Sangkuhl allerdings bislang noch nicht.

Trotzdem – die Bilanz die der Bibliothekar gestern zog, könnte schlechter klingen - auch wenn von den fast 49 000 Besuchern über 5 000 Medien weniger ausgeliehen wurden, als im Vorjahr. 2012 wurden rund 62 000 Bücher, DVDs oder Spiele entliehen. Laut Sangkuhl liegt dies auch daran, dass die Bücherei aufgrund der Inventur längerfristig geschlossen war.

Zu den größeren Veränderungen in der Bibliothekt gehörte auch, dass man dort nun weniger Ausleih-Auswahl hat: Vor allen Dingen völlig veraltete Sachbücher sind aus dem Bestand heraus geflogen, nun gibt es in der Sylt Bibliothek statt 28 000 nur noch 20 000 Medien. „Wir sind nicht das Sylter Archiv“, sagt Sangkuhl dazu, „spätestens alle sieben Jahre müssen Bücher ausgetauscht werden.“ Auch bei den Spielen, von denen noch 300 vorhanden sind, wurde aussortiert, IT und öffentliche Internet-Arbeitsplätze auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Sangkuhl und seine Mitarbeiterin werden nun mehrmals pro Woche von sogenannte Bücherkindern unterstützt, Schülerinnen des Gymnasiums, die vor allem beim Einsortieren. Außerdem ist nicht mehr der Büchereiverein Schleswig-Holstein Träger der Bücherei, sondern die Gemeinde Sylt.

Und von den Politikerin, hört man aus Sangkuhls Bilanz heraus, würde er sich noch ein wenig mehr Unterstützung wünschen, um die Bücherei wieder flott zu bekommen: „Nach dem Beschluss des Finanzausschusses aus dem Spätherbst 2013, keine Mittel zur Renovierung frei zu geben, bleibt die Bibliothek im täglichen Betrieb weiterhin veraltet und ihre Arbeit eingeschränkt wirksam“, so der Büchereileiter in seinem Jahresbericht. Dass sich die Politik damit schwer tut, Geld für die Sanierung der Bücherei locker zu machen, liegt nicht nur an der engen Haushaltslage der Gemeinde Sylt, sondern auch an der noch offenen Frage, ob die Bücherei weiterhin in den Räumen der Alten Post bleiben soll. Anlässlich der Debatte darüber, ob die Spielbank weiterhin im Westerländer Rathaus bleiben soll, wurden auch die Räumlichkeiten des Casinos als Standort für die Sylt Bibliothek angedacht. Sangkuhl hält von dieser Idee nichts – vor allem, weil die Casino-Räume keine Fenster haben: „Der jetzige Standort ist gut. Daher besteht keine Veranlassung, diesen ohne Not zu verändern.“

Die Frage , ob das Casino gehen oder bleiben soll, werde in den kommenden Wochen geklärt werden, sagt Bürgermeisterin Petra Reiber. Vielleicht lässt das auch für die Bücherei hoffen. Mit dem neuen Leiter sei man jedenfalls sehr zufrieden, sagte Bürgervorsteher Peter Schnittgard anlässlich des ersten Jahresberichts: „Es war für uns ein Sprung ins kalte Wasser, nun Träger einer Bibliothek zu sein.“ Doch mit den Veränderungen, die Sangkuhl angestoßen habe, sei man zufrieden – auch wenn man nicht alle Veränderungen auf einmal finanzieren könnte. „Wenn die Gemeinde sich entschließt, eine Bibliothek zu betreiben, dann muss diese Bibliothek auch wettbewerbsfähig sein“, betonte dagegen Petra Reiber. „Wenn man allerdings den 80er-Jahre-Charme beibehält, darf man sich nicht wundern, wenn die Besucherzahlen zurück gehen.“

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erstellt am 21.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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